Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 296)
- Language
- German
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290 dem Gedächtnistage der Zerstörung Jerusalems (und der Vertreibung aus Spanien), bei portugiesischen Juden vorgetragen werden), war einer der ersten Juden, die sich in Glückstadt niederliessen. Er hat sieb auch als Münzmeister des dänischen Königs betätigt, wobei er verschiedene Münzen in Gold und Silber prägte. Gleichzeitig mit ihm begab sich nach Glückstadt sein Schwager Paulo de Milano oder Paul Dirichsen, auch Moses Abenzur1) genannt. Während letzterer weniger an die Öffentlichkeit getreten ist, hat sich Jachia durch 30 gedruckte Reden bekannt gemacht, welche im Jahre 1629 ohne Druckort (Glückstadt oder Hamburg) veröl-!entlieht wurden2). Auch ein portugiesischer Fabrikant befand sich unter den ersten Ansiedlern. Gonsalvo Lopes Coutinho oder mit ]üdischem Namen Jacob Coronet3) genannt, errichtete in Glückstadt eine Zuckerraffinerie, eine Ölmühle und eine Seifenfabrik. Die meisten Portugiesen hielten sich nur zeitweilig in Glückstadt auf, ohne dort Bürger zu werden; von diesen sind bekannt geworden der bedeutende Grammatiker Mose Gideon Abudiente, der später seinen Wohnsitz in Hamburg nahm4). Sein Buch ״Fin de 108 dias“, das 1660 in Glückstadt (Hamburg?) gedruckt wurde, ist wohl das einzige Werk in spanischer Sprache, das aus einer Glückstädter Presse hervorgegangen ist. Über dieses Buch findet man eine interessante Eintragung im Protokollbuch der Portugiesisch-Jüdisehen Gemeinde, die wie folgt lautet: Am 3. Elul des Jahres 5426 findet unter Hinzuziehung des früheren Vorstandes eine Sitzung statt, in welcher über ein von Mose Gideon in Druck gegebenes Buch beraten wird. Da inan der Ansicht ist, dass das Buch, welches vom Ende der Tage handelt, uns bei Andersgläubigen Schaden bereiten kann, wird beschlossen, die sämtlichen Exemplare dieses Buches, sowohl die gebundenen wie die gehefteten, einzuziehen5). Dem Gideon lässt man sagen, er müsse bei Strafe der 0 Abenzur, Vater des nachmaligen polnischen Ministerresidenten Daniel A., starb am 13. Schebat 5435 in Hamburg. י) Nach meinen Untersuchungen ist Jachia ca. 1644 in Glückstadt gestorben. Sein Grabstein wird wahrscheinlich auf dem Glückstädter Friedhof liegen, ist aber durch darüber liegende Grabsteine oder Erde verdeckt. *) Vergleiche Verzeichnis der Grabsteine No. 16. 4) Gestorben am 2. Adar 5448 in Hamburg. *) Ein Exemplar ist auf dem Seminar ״Ets Haim“ der Portug. Jüd. Gern, in Amsterdam.