Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 223)
- Language
- German
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Zur Geschichte der mähr, ״heiligen Vereine“ (Chewra Kadischa). Von Heinrich Flesch, Dolni Kounice. Zur Vermittlung des Verständnisses für die Statuten der Ch. K. ist es erforderlich, die Entstehungszeit der heiligen Vereine * festzustellen. Schon in der talmudischen Zeit gab es Vereinigungen1), die den Zweck hatten, sich mit dem Begraben der Toten zu befassen. ״Wahrhafter Liebesdienst“ wurde und wird noch heute die Liebe und Treue genannt, die man den Toten erweiset, weil jene nicht mehr zu entgelten vermögen. Der Beerdigungsverein in Prag, der 1564 gegründet wurde, führt seine Statuten auf Liwa b. Bezalel zurück2). Liwa b. Bezalel, der vor seiner Prager Wirksamkeit Babbiner und Lehrhausvorsteher in Nikolsburg3) (1553—1573) war, wird als Begründer des jüdischen Gemeindeweseus in Mähren betrachtet. Durch ihn wurden die ältesten Statuten (Tekana Keduma) gesammelt, durch ihn vermehrt. Er dürfte auch die ältesten Statuten der mähr, heiligen Vereine geschaffen haben. Von den mir bekannten Statuten der mähr. * Beerdigung»־ vereine4), will ich eine der ältesten, die auch wegen ihrer Beson- 1) Talmud bab. Moed Katan 27 b. 2) Lieben, Gal-Ed S. 4. 8) Brüll, z. Geschichte d. Juden in Mähren, Wiener Jabrb. f. Israeliten 1867:68 S. 188; Wolf, die alten Statuten d. jüd. Gern, in Mähren S. V; Flesch, Juden u. Judengem. Mährens in Vergangen!!, n. Gegenwart S. 50. 4) Dem Herausgeber liegen die Statnten (Mscpte.) der nachbenannteik Brüdervereine vor: Ung. Ostra (Steiniz) 1655 (Jahrb. der J. L. G. XIX, hebr. Abt. S. 21 ff.); Neu Raussnitz, begonnen 1701 (M. G. W. J. 1926, S. 166ff.); Tobitschau, J. 1702, 53 §§; Eibenschitz, J. 1722, 105 §§; Kanitz, erneuert J. 1801, 100 §§.