Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 197)
- Language
- German
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191 beschützt werden konnte.155) Und trotz alledem blieb Esra bis an sein Lebensende von einer seltenen Bescheidenheit, durch die er wiederum Mose gleichkam. Um eine lückenlose Niederschrift schied. Während es sonst überall Jehoschua heisst, steht hier nur Jeschua.“ V Mose konnte — wie a. a. 0. weiter hervorgeht — gegen den Hang zum Götzendienst deshalb nicht auftreten, ״weil er nicht das Glück hatte, sich im Heiligen Lande zu befinden“. Jehoschua hätte es zwar tun können, hat es aber unterlassen. Esra hat jedoch durch sein Beten den Trieb zunichte gemacht (vgl. Sanhedrin 64a) und wurde so seinem Volke zur schützenden Hütte. ״Denn so taten sie nicht“ schliesst sich nach dieser Auffassung wirklieh an die vorhergehenden Worte an: ״Aber von Jeschuas Zeiten an hatte das Volk solche Hütten nicht erbaut bekommen, bis Esra kam ...“ Aus diesem Grund wird Jehoschuas Name in diesem Zusammenhang geschmälert.“ **») Ester r. vil, 11: תני כשאמר המן הרשע לאבד את ישראל אמר ד׳יאן־ אני שולט בהן הריני מפיל גורלות... ביון שראה אתו רשע שאין הגורל נופל בו בימים חור לחדשים... עלה טבת ובות עורא הה*ד ויעשו כן בני הנולד. ויבדלו עזרא הכין ונו/ ״ . . ויבלו בכל אנשים ההשיבו נשים נכריות ונו׳Als Hamas, der Frevler, Israel vernichten wollte, sagte er, wie kann ich über sie Gewalt erlangen. Ich werde Lose aus werfen .. . Sobald er sah, dass das Los auf keinen der Wochentage fiel, versuchte er es mit den Monaten ... Der Monat Tebeth — da war aber Esras Verdienst; wie es heisst (E X, 16): Und so taten die Söhne des Exils und es Hessen sich aussondern Esra . . . diese führten es bei allen Männern durch, die fremde Weiber heimgeführt hatten . . .״ — vgl. Jalkut II, 1054. Haman versuchte Lose zu werfen. Keines glüekte ihm. Denn jeder Tag hatte in der Schöpfungsgeschichte seine eigene Bedeutung und besondere Verdienste aufzuweisen. Als er sah, dass er so Israel nichts anhaben könne, versuchte er einen Monat zu finden, für den sich keine Verdienste nachweisen Hessen. Auch das glückte ihm nicht. Als er zum Monat Tebeth gelangte, wurde ihm vorgehalten, dass in diesem Monat Esra die Auflösung der Mischehen durchführen wolle. Auch bei anderen Monaten findet sieh der Verweis auf Ereignisse in späterer Zeit: im Ellul anf die Vollendung der Stadtmauer Jerusalems, im Schwath auf die Männer der grossen Versammlung. Jedoch ist hierin kein Anachronismus zu erblicken. Denn im vorliegenden Midrasch liegt — wie es meistens in der Agada der Fall ist — unter der Hülle hildhafter Darstellungen ein Kern gedankenreichen Inhalts verborgen. Der Midrasch ו will sagen: An welchem Tage und zu welcher Jahreszeit auch immer, nie sei es möglich, Israel etwas anzuhaben. Denn ständig arbeitet das jüdische Volk f an seiner sittlichen Vervollkommnung und somit an seinem Bestand. Zum | Zwecke dieser Vervollkommnung ist die Welt geschaffen, und diesem Ziele gemäss hat jeder Tag und Monat in der Geschichte seine Bestimmung zugewiesen erhalten, 80 der Monat Tebeth die Beinhaltung des Geschlechtes | durch Esra. .