Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 198)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3486266-3486299--8268-3494647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
192 seiner Zeit za geben, war Esra gezwungen, auch über seine eigene Leistangen zu berichten. Er aber bat in seiner Anspruchslosigkeit nicht darum, ihm diese als Verdienst anzurechnen.156) Er hätte das ehrenvolle Amt eines Hohepriesters bekleiden können, wies jedoch alle Würden zurück, um durch emsige Arbeit seinem Ziele nachzustreben.157) Seine Demut und Bescheidenheit machten ihn zum Vorbild der Weisen und Gelehrten. Als Hillel starb, rie! man klagend aus: ״Wehe, ein Frommer, ein Demütiger — ein Jünger des Esra“.158) Noch in spätesten Geschlechtern blickt man mit ״■) Sanhedrin 93b, Jalkut II, 1070: מכדי כל מילי דעזרא נדופדד! בן חכליה אמרינהו ונחמי׳ כן הכליה מ״ט לא איקרי ספרא על שמיה אמר רב ירמיה כר אבא מפני שהחזיק טובה לעצמו שנאמר וכרה לי אלקי לטובה ♦ .♦ ר׳ יוסף אמר מפני שמיפר ״ בגנותן של ראשונים♦Die meisten Dinge vom Buche Esra hat Nechemia b. Chakalja gesagt, und warum wird dann nicht das Buch mit seinem Namen tituliert? (Ursprünglich war nämlich E und N gemeinsam ein Buch Esra, vgl. Baba Batra 15a in Note 138). Rab J. b. Aba sagte, weil er sich das Gute angemasst habe: (N V, 19) ״Gedenke mir, mein Gott, zum Guten, alles was ich für dieses Volk getan habe“. Rab Josef sagte, weil er von dem Unrecht seiner Vorgänger berichtet habe (N V, 15). Esra dagegen, der auch seine Verdienste erwähnen musste, bat nicht, ihm diese anzurechnen. Wegen dieser Bescheidenheit werden beide Bücher mit seinem Namen betitelt. 57י) Vgl. Schir r. V, 5 in Note 23, wo hervorgeht, dass Esra das Amt des Hohepriesters hätte bekleiden können, jedoch Jehoschua b. Jehozadak, der das Erbrecht darauf hatte, Hohepriester geworden ist. — In Misch na Para IH, 5 heisst es: ומי עשאם הראשונה עשה משה והשניה עשה עזרא ♦ ♦ מעזרא ואילך ♦ ♦ ♦ ,.Wer hat eine ״Rote Kuh“ bereitet? Die erste Mose, die zweite Esra. Von Esra an und weiter...“ — Da die Rote Kuh nur durch einen Hohepriester verbrannt werden durfte, scheint a. a. 0. hervorzugehen, dass Esra Hohepriester gewesen sei. Vielleicht aber hat er diese Funktion — genau wie Mose — nur in Vertretung des Hohepriesters vorgenommen. Maimonides stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass Esra wirklich das Hohepriesteramt bekleidet hätte. In seiner Einleitung zum םפר המדע heisst es: שמעון ״ היה כהן גדול אדור עזראSchimon der Gerechte war nach Esra Hohepriester“.— Demnach hätte Esra nach dem Tode Jehoschuas dessen Amt übernommen. Auch Zacati, Sefer Juchasin... I S. 11, erwähnt diese Annahme, verwirft sie aber auf Grund des Berichtes der Chronika, in dem nichts über eine Nachfolge des Hohepriesters durch Esra, sondern im Gegenteil durch Jehoschuas Nachkommen berichtet wird. Tosefta Sota XIII, 3 Sota 48b Sanhedrin 11a Schir r. VTII: חני זכריה ומלאכי נביאים האחרונים פסקה רוח הקודש מישראל ואף עם*כ היו משמיעין להן בבת קול מעשה שנכנסו חכמים לבית גוריו ביריחו ושמעו בת קול אומרת יש כאן אדם שראוי לרוח הקודש אלא שאין דודו זכאי לכך ונתנו עיניהם כהילל הוקן וכשמת אמרו עליו הי עניו הי חסיד תלמידו של עורא.