Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 192)
- Language
- German
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186 Denn er schätzte die Gefahren, welche das ständige Verbundensein mit der heidnischen Kultur her vorrufen musste, für den Bestand des jüdischen Staates bei weitem höher ein. Wegen dieser entschiedenen Massnahmen bei der Auflösung der Mischehen wird Esra von der Tradition mit dem Propheten Mal’achi identifiziert.142) Nicht minder werden seine Verdienste auf literarischem Gebiet geschätzt, derenthalben er kurzweg den Beinamen ״der Gesetzesschreiber * erhalten hat.143) Sorgsam war er auf die genaaeste Überlieferung des Textes bedacht, wagte nichts hinzuzufügen oder zu streichen, zählte und beachtete jeden Buchstaben nnd wurde deshalb ״Sofer“ genannt,.144) Wie er sich in den Buchstaben der Tora auskannte, verstand er es auch, ihren Sinn zu deuten.145) Ob schriftliche oder mündliche Lehre, beide waren 14י) In Note 72 wird eine Baraitha aus Megilla 15a und Jalkut II, 586 zitiert, dergemäss aus dem entschiedenen Verhalten Esras bei der Auflösung der Mischehen zu folgern ist, dass Esra mit Marachi, dessen Vorgehen gegen die Mischehen bekannt ist, identisch sei. Auch sonst werden Esra prophetische Eigenschaften zugeschrieben. (Vgl. über den Prophet, der bei der Einführung der Quadratschrift tätig war, Note 112 und 113). Allerdings war Esra wegen seiner literarischen Tätigkeit dem Volke als ״Sofer“ populärer. So auch T arg um zu Mal’ achi 1,1: ״ ביד מלאכי דיתקרי שמיה עזרא ספראDurch Marachi, dessen Name Esra der Schriftgelehrte genannt wird“. — Eine längere Abhandlang über die Frage der Identifikation Esras mit Mal’achi findet sich bei Jawitz, Geschichte Israels . . . III, Exkurs IX. — Alle das Marachiproblem berührenden Fragen hat Alex v. Bulmerincq in seinem umfangreichen Werk ״Einleitung in das Buch...“ behandelt. Dort ist auch das Material der Esra- Mal’achi-Iden tifikation herangezogen und am Ende des Werkes ein ausführ־ liebes Spezialverzeichnis der gesamten Mal’achi behandelnden Literatur zu finden. — Ginzberg, The Legends of... Bd. VI, Anm. 50 verweist in diesem Zusammenhang auf das viel diskutierte Esra-Salathiel-Problem. Er nimmt an, dass das ״IV. Buch Esra“ mit den Worten אני שליח אל עזרא begonnen habe, und aus einem kleinen Schreibfehler sei aus dem שלח אל Gottesboten שלתיאל- Salathiel entstanden. Ginzberg vermutet, dass io diesen Anfangsworten von ״IV. Esra“ vielleicht auch der Ursprung zu obiger Identifikation Esras mit Mal’achi zu suchen sei, insofern als מלאכי und שלח אל beide die gleiche Bedeutung des ״Gesandten“ hätten. 148) EVII,6:והוא מופרמהיר. evii,12.21: פפרדתאדיאלה♦ evii, 11. N VIII, 9. xn, 26: עזרא הכהן הספר. N vili, 1, 4. xn, 36:עזרא המפר. 144) Vgl. Note 130. 146) J. Schekalim v, 1. jalkut 11, 1074: אמר ד, (אחא) אליעזר כתיב לעזרא הכהן הספר מה ה״ל ספר אלא כשם שהי׳ פרפר בד*ת כך הי׳ סרפד כדברי חכמים.