Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 188)
- Language
- German
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iöS ,?** haSofer“ genannt wurde, erhielten von seiner Zeit an auch die Weisen und Gelehrten den Titel ״Soferim“.131) In diesem Kreis sind die ersten systematischen Anfänge der talmudischen Schriftgelehrsamkeit zu erblicken.“ Die Soferim hatten die Pflicht, selbst die Tora eingehend zu studieren und sie andere zu lehren, mussten als Ausleger und Entscheider in den Fällen fungieren, wo man an sie appellierte, um zu wissen, wie unter den und den Umständen das göttliche Gebot zu erfüllen sei.132״) Die Soferim setzten sich vermutlich aus dem Kollegium und den Gesinnungsgenossen Esras zusammen, die sich bereits in Baby- כריתות בתורה שלש עשרה דבר נאמרו בנבלת העוף הטהור ד׳ אבות נזיקין אבות מלאכות ״ ארבעים חמר אחת ♦ . .R. Abahu sagte: (I. Chron. II, 55) heisst es: ״Und die Familien der Soferim, die Bewohner...“ Wozu wird Soferim hervorgehoben? Weil sie die Tora in Sätze und Gruppen [systematisch] einteilten: 5 brauchen keine Teruma abzuheben (Anfang Terumoth). Von 5 Dingen muss die Teighebe genommen werden (Anfang Challa), 15 Frauen befreien . . . (Anfang Jebamoth), 36 Kerithoth sind in der Tora . . (Anfang Kerithoth), 13 Bestimmungen gibt es beim reinen Geflügel (Anfang Taharoth), 4 Hauptgruppen von Schäden (Anfang Baba Kama), 39 Hauptgruppen von Arbeitsverboten . . (Sabbat 73a) . . .“ 181) Das Wort סופרים ygccfifiaTsvg hat verschiedene Bedeutungen. Ursprünglich bezeichnete es den Schreiber, Abschreiber, auch Schriftführer, Sekretär. Die Tätigkeit der Soferim erstreckte sich neben dem Abschreiben der Texte auch auf das sorgfältige Vergleichen mit anderen Handschriften, auf das Lesen des der Vokalzeichen entbehrenden Textes (B. u. Leander, Hebr. Gramm. S. 72) und überhaupt auf die sorgfältige Überlieferung der Massora. Das Schreiben der Tora soll mit Bedacht und Verständnis vorgenommen werden, der Schreiber soll den Inhalt des Textes verstehen, und das einfache Nachzeichnen genügt nicht. Deshalb setzt Massechet Soferim I, 13 auch für den Lohnschreiber eine Würdigkeit und gewisse Eigenschaften voraus (Müller, Mass. Sof. S. 21). — Darüber hinaus hat סופר die Bedeutung des in der Schrift Kundigen, des Schriftgelehrten, erhalten. Heute werden ganz allgemein unter Soferim die Weisen verstanden. So stellt Sanhedrin 87 a und auch Maimonides den ״ דברי תורהWorten der Tora“ die דברי סופרים ״Worte der Soferim“ Weisen kurzweg gegenüber. Ebenso Berachoth 45 b und Chullin 106 a: ״ אחד סופר ואחד בורDer eine ein Kluger, der andere ein Dummer“. Vgl. Bacher, Älteste Terminologie... S. 134. m) Herford, Das pharisäische Judentum S. 16. In diesem Zusammenhang sei auf die im Literaturverzeichnis angeführten, empfehlenswerten Werke Herfords ausdrücklichst hingewiesen. An Hand der Geschichte führt er in klarer und übersichtlicher Weise aus, wie auf Esras Wirken die Anfänge und Prinzipien des Pharisäertums und des späteren Rabbinismus zurückzuführen sind.