Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 187)
- Language
- German
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iS! hierdurch ein Konkurrenzkampf mit den ansässigen Lehrern heityorgerufen werden, so könnte dies nach Esras Meinung nur Vorteil bringen, denn ״der Wetteifer der Gelehrten spornt die einzelnen an und befruchtet die Wissenschaft“.129) Es ist selbstverständlich, dass Esra die Belehrung des Volkes nicht allein vornehmen konnte. Bald sammelte sich um ihn eine Gruppe von Gelehrten, die ihm in seiner Tätigkeit als Schriftsteller und Schriftgelehrter hilfreich zur Seite standen. Sie sorgten gleich ihm dafür, den massoretischen Text unverändert zu überliefern, und achteten streng darauf, dass kein Wort, keine Silbe und auch kein Buchstabe hinzugefügt oder fortgelassen werde. Sie zählten geradezu die Buchstaben der Tora, formulierten die wesentlichsten Halachasätze, fassten zusammengehörige Regeln zusammen und teilten diese systematisch ein.130) So wie Esra kurzweg auch 9Esra dürfe. Und ist nicht zu befürchten, dass es dadurch zu einem Konkurrenzkampf kommt? Da sagte er:) ״der Wetteifer der Gelehrten befruchtet die Wissenschaft.“ — Raschi z. St. scheint die obige Lesart nicht gehabt zu haben. Auch Tosafoth schreiben diese Anordnung nicht Esra zu, nda sie sonst unter den zehn Tekanoth hätte aufgeführt werden müssen.“ Jawitz, Geschichte Israels III, 137 Anm. 7 hält jedoch diesen Einwand nicht für stichhaltig, da im Talmud noch andere von Esra erlassene Tekanoth enthalten sind, ohne unter den zehn Tekanoth angeführt zu werden (vgl. Note 39 u. 101). Deshalb nimmt Jawitz an, dass die zehn Tekanoth sich nur auf solche Anordnungen beziehen, die zu allen Zeiten und überall Gültigkeit haben und das Verhalten des einzelnen regeln sollen. Die Errichtung der Lehrstätte in Jerusalem sei dagegen eine einmalige Institution Esras gewesen, die seitdem bestand und später andererorts nur ausgebaut wurde (Baba Batra 21a). Zu den abweichenden Lesarten vgl. Dikduke Soferim XI S. 97. 129) Jawitz führt den in voriger Note zitierten Ausspruch des Talmuds "קנאת סופרים תרבה חכמה" auf Esra persönlich zurück: Esra selbst habe ihn als Begründung für die Errichtung der Lehrstätten geprägt. Im Hinblick auf diese Regel habe er im Einklang mit dem jüdischen Gesetz gehandelt, das sonst in den Fragen der Kompetenz ganz entschiedene Bestimmungen aufweist. 180) Kiduschin 30a: לפיבךנקראו ראשונים סופרים שהיו סופרים בל האותיות ״ שבתורה שהיו אוסרים וא״ו דגחון תציין של אותיות של ספר תורה..Deshalb wurden die Alten Soferim genannt, weil sie alle Buchstaben der Tora zählten. So sagten sie, dass das “ייו im Worte נחון die Mitte aller Buchstaben der Tora sei. Chagiga 15b bringt für סופרים in Anlehnung an Jes. 33,18 die gleiche Erklärung. Jer. Schekalim V, 1 und Jalkut II, 1074: אמר ר׳ אבהו בתיב ומשפחות סופרים יושבי יעבץ מה ת*ל סופרים אלא שעשו את התורה ספורות ספורות חמשה לא יתרומו חמשה דברים חייבים בחלה המש עשרה נשים פוטרות צרותיהן שלשים ושש