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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 185

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 185)
Language
German
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179 11. Die Lehre. Esras Fähigkeit als Gesetzesschreiber und Schriftgelehrter war schon in Babylon bekannt und gefeiert worden.185) Dort hereits hatte er sein Augenmerk auf die Erforschung der Gotteslehre gerichtet und in deren gewissenhaften Beobachtung die Grund• bedingungen für die Erhaltung des Gottesvolkes erblickt. Im Heiligen Lande angelangt, verstand er es bald, die in Vergessenheit geratene Tora wieder in die Herzen der Juden einzupflanzen und schrieben 11nd in der Lade neben den Gesetzestafeln niedergelegt worden. Wie Deut. r. z. St. bemerkt, habe ״Mose 13 Torarollen geschrieben, für jeden der 12 Stämme eine, und eine legte er in die Bundeslade, damit man dieses Exemplar zum Beweis hervorbringen könne, falls jemand eine Textfälschung versuchen wolle.“ Auf dieses ספר ד,עזרה nimmt — wie von S. R. Hirsch zu Deut, ausgeführt — Baba Batra 14 b (vgl. dort auch Raschi) Bezug. Auch Moed Katan III, 4 und 18b wird nach der jerusalemitischen Lesart ein ,ספר העורר genannt, welches die gleiche Bedeutung hatte: ״dass man davon alle anderen Exemplare korrigieren könne“ (Raschi). Eine andere Lesart in dieser Mischna, die auch von Raschi zitiert wird, lautet: אין טניהין אות אחת ״ .בחול המועד אפילו בספר עזראMan darf am Chol haMoed keinen Buchstaben verbessern, nicht einmal im Sefer Esras“. Gemeint ist das Sefer, das Esra eigenhändig geschrieben haben und das als Musterkodex in der Vorhalle des Tempels aufgehoben sein soll. — In gleicher Weise gehen die Lesarten zur Mischna Kelim XV, 6 auseinander: מספר העזרה pn ״ כל הספרים מטמאין את הידיםDie Berührung aller Bücher verunreinigt die Hände mit Ausnahme des .ספר העורר“, statt dessen wiederum die Lesart ספר עזרא überliefert wird. Eine derartige Verwechslung ist verständlich, wenn man j. Megilla IV,1 heranzieht, wo sich sogar für den Namen Esra zwei Mal statt עזרא die Lesart עזרה findet: . ♦ ״ אפילו רגיל בתורה כעזרהselbst wenn einem die Tora so geläufig ist wie Esra“ und ... ״ עורה התקין לישראלEsra ordnete an, dass...“ Dagegen ist in der Tosefta (Kelim B. M. II 5,8) die Lesart עזרא eindeutig: ספר עורא שיצא לחחן מטמא את הידים ולא ספר עזרא בלבד אלא אפילו נביאים ״ וחומשים וספר אחר שנבנם לשם מטמא את הירים ...Wenn das Sefer des Esra hinauskommt, verunreinigt es die Hände. Nicht nur das Sefer Esra allein, sondern auch die Propheten und das Pentateuch. Ein anderes Buch, das dort hinkommt, verunreinigt.. “ — Blau, Zum althebr. Buchwesen S. 109, verwirft die Lesart עזרא auch hier und hält עזרה für richtiger. In obigem Zusammenhang werden auch die ״drei Seforim“, die nach ihrer abweichenden Lesart betitelt wurden, erwähnt. Vgl. hierüber j. Taanith IV, 2, sowie Krauss, Syn. Altert. S. 368 u. Bauer u. Leander, Histor. Granmatik S. 74. >**) E VII, 6, 12, 21. 12*

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