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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 184)
Language
German
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178 abgeschrieben“, so wollte er ihm antworten: ״ich habe sie doch ponktiert.a Und wenn er sagen würde: ״du hast sie richtig niedergeschrieben“, dann wollte Esra die Punkte entfernen.121) So sorgte V er für die korrekteste Erhaltung der von Mose her überlieferten Massora, deren ״Fesseln“ er durch keine Abweichungen oder Änderungen zu lockern wagte.122) Er selbst vervielfältigte mit seltener Geschicklichkeit und Eilfertigkeit die Tora in den assyrischen Schriftzeichen,123) und noch lange wurde eine von Esras Hand geschriebene, ״Sefer Esra“ benannte Torarolle im Vorhof des Tempels als Musterkodex zum Vergleichen auf bewahrt. 124) .**1) Aboth de R. Nathan 34:כך אמר עזרא אם ייבא אליהו ויאמר לי מפניי מה כתבת כך אומר אני כבר נקדתי עליהן ואם אומר לי יפה כתבת אעבור נקודות מעליהן. ״ (גי׳ במדבר רבה ג׳ ים: אם יבא משיח ויאמר לי..)Esra sagte so: Wenn Elijahu kommen und mir sagen wird: warum hast du so geschrieben, antworte ich ihm, ich habe ja Punkte darauf gemacht. Wenn er mir sagt: du hast richtig geschrieben, werde ich die Punkte entfernen“. Piske Tosafoth Menaehoth 231: כשכתב עורא התורה עשה נסודה אמר אם יאמר משה למה נקדת אשיב הלא לא מחקתי ,Als Esra die Tora schrieb, machte v~ er Punkte darin. Er sagte sich, wenn Mose mich fragen wird, warum hast du die Punkte gesetzt, antworte ich ihm, ich habe sie ja nicht ausgelöscht“. — Vgl. in Müller a. a. 0. S. 86 die verschiedenen Lesarten. ***) ואמרי לה אלו המסורות (Note 119). Die Überlieferung wird in Sukka 6 b ״ מסורהTradition4‘ genannt oder auch מסורת die nie zu lösende Fessel, V mit der die Tora Mose am Berg Sinai für ewige Zeiten übergeben wurde. *ss) Aboth de R. Nathan 34. Die Tradition weiss von Esras grosser Geschicklichkeit manches zu erzählen. Er habe mit fünf Federn in einer Hand gleichzeitig die Torarollen geschrieben. Es ist natürlich, dass um die Person Esras, dessen Geschick als סופר מהיר immer wieder hervorgehoben wird, sich schnell derartige Legenden gebildet haben. Vgl. hierüber Anh. V. Auch in den Apokryphen, besonders in IV. Esra Kap. 14, wird Esra als der ״göttliche Schreiber“ verherrlicht. Dort wird (die Sage) behandelt, das Gesetzbuch sei bei der Zerstörung Jerusalems verbrannt und von Esra, der in dem Buche als Prophet verherrlicht wird, infolge göttlicher Eingebung niedergescbrieben worden. (Es ist interessant, diese Darstellung mit den in Note Hl und 112 zitierten talmudischen Angaben zu vergleichen). Von dieser Quelle ging die Sage auch zu den Kirchenvätern über, Irenaus ap. Haeres, IH, 25. Tertullian, de habitu muliebri c. 3 Augustin, oe mirab. script. sacr. I, 2 u. a. Vgl. hierüber Fabricius. Codex Pseudopig. I. 1156—1160 u. Schürer, Geschichte... in S. 329. *24) In der talmudischen Literatur ist häufig von einem ספר עזרה die Rede. Dieses Sefer sei — unter Anlehnung an Deut. 31,11 — von Mose ge-

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