Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 179)
- Language
- German
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״178 Einer anderen Überlieferung gemäss wurde die Tora Israel in der Quadratschrift gegeben, und als sie dann gesündigt hatten, wurde diese in ״Raaz (Roez)“ verwandelt.110) Erst als das Volk so heisst es (E IV, 7): und die Schrift des Briefes ist aramäisch geschrieben und aramäisch übersetzt. Es heisst ferner (Dan. 5, 8): nicht war solche Schrift zu lesen und deren Bedeutung dem König zu sagen; und es heisst (Deut. 17, 18): er soll schreiben die Abschrift dieser Tora, eine Schrift, die geeignet ist, verändert zu werden. Weshalb wird diese Schrift אשורית genannt? Weil sie mit ihnen aus Aschur mitgekommen ist.“ ln der Tosefta und im Sifri 160 (zu Deut. 17.18) heisst es: מ#נה תירה ״ (משום) שעתידה להשתנותMischne Tora“, (weil sie) die sich einst ändern wird. Bleek-Wellhausen, (Einleitung in das Alte Testament, Berlin 1893, S. 582) geht also völlig fehl, wenn er übersetzt: wenn auch die Tora nicht durch ihn gegeben war, so ward sie doch durch ihn ״wiederholt“. Die Gleichsetzung אשור mit בבל findet sich öfter bei den Propheten. (II Kön. 23, 20. Jer. 2, 18. E VI, 22). Im Munde eines Tanaiten aber ist sie seltsam, da in späterer Zeit, besonders zur Zeit der Tanaiten, niemals mehr von dem längst dahingeschwundenen Assyrien-Babel, sondern nur noch von Babel und den Chaldäern die Hede ist. Diese Frage wird von Grünberg (s. Exkurs II) im Zusammenhang mit anderen Einwänden gegen die zitierte Talmudstelle ausführlich behandelt. — Der Ansicht des R. Jose steht die eines zeitgenössischen Tana entgegen, die a. a. 0. als dritte Ansicht zitiert wird: רשב״א אומר משום ר* אליעזר בן פרפזא שאמר משום ר׳ אלעזר המודאי כתב וה לא נשתנה בל עיקר שב׳ זיוי העמודים מה העמודים לא נשתנו אף ווים לא נשתנו ואומר אל היהודים בכתבם ובלשונם מה לשונם לא נשתנה אף כתבם לא נשתנה " ... im Namen von R. Elasar Hamodai: Diese Schrift ist gar nicht geändert worden, denn es heisst (Exod. 27, 10) ״Die Haken der Säulen“: so wie die Säulen unverändert geblieben sind, sind es auch die Haken (der Buchstabe •׳׳ו weist nämlich Hakenform auf) geblieben. Ferner heisst es (Ester 8. 9): Und zu den Juden in ihrer Schrift UDd in ihrer Sprache. So wie die Sprache nicht verändert wird, so auch nicht die Schrift.“ רבי אומר בתחלה בכתב זה ניתנה תורה לישראל ביון?!וחטאו נהפך להן לחעץ (0״ ביון שחזרו בהן החזירו להם שנאמר שובולביצרון אסירי החקוה היום מגיד משנה אשיב לך ״Rabbi sagte: Die Tora ist Israel in Aschur (Quadrat)-Schrift gegeben worden, als sie dann sündigten, wurde sie ihnen in Raaz verwandelt, al9 sie zur Zeit Esras wieder verdienstvoll wurden, kehrte zu ihnen die Quadratschrift zurück. Denn es heisst (Sechar. 9,12): Kehret zur Festigung zurück, ihr Hoffnung»־ gefesselte, auch werde ich dir heute den Verkünder der Lehre zurückbringen ...“ — Unter ״Raaz“ wird im allgemeinen die althebräische Schrift verstanden. Eine ausführliche Abhandlung über die Bedeutung des Wortes Raaz-Roez findet sich bei Krauss, Talmudische Archäologie, Bd. III, S. 138. — Der Patriarch R. Jehuda aus dem fünften Tanaitengeschlecht, kurz Rabbi genannt, nimmt hier eine vermittelnde Stellung ein. Die Quadratsehrift war seiner