Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 178)
- Language
- German
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112 erzogen werden. Hierzu mussten den Laien die Quellen selbst zugängig gemacht werden. Die althebräische Schrift, derer sich die Juden— nach einer Auffassung — seit Erhalt der Gesetzestafeln bedient hatten, war im Exil in Vergessenheit geraten. Esra änderte daher die Schrift der Tora, indem er die heute bestehende Quadratschrift, die ״assyrischen Sehriftzeichen44, einführte.108) Das war notwendig, um die Verbindung mit den im Exil Zurückgebliebenen aufrecht zu erhalten, die sich der landesüblichen Schrift, nämlich des ״assyrischen“ Alphabets bedienten. Ausserdem war ja indessen die Anordnung getroffen worden, dass sich alle Teile des Volkes an der Verlesung aus der Heiligen Schrift beteiligen sollten. Aus diesen Gründen entschloss sich Esra zu der Einführung der bis auf den heutigen Tag gebräuchlichen Quadratschrift, die deswegen die ״assyrische“ genannt wird, weil sie von den Exulanten aus Aschur-Babel mitgebracht wurde.109) 108) Tose ft a Sanhedrin IV, 7, Sanhedrin 21b u. j. Megilla 1, 9: ר׳ יוסי אומר ראוי היה עזדא שתינתן תודה על ידו אילמלא לא קידמו משה... ואף על פי ״ שלא נתנה תורה ע״י נשתנה על ידו הכתב שג׳ וכתב הנשתוןR. Jose sagt: Esra wäre V würdig gewesen, die Tora zu erhalten, wenn ihm nicht Mose zuvorgekommen wäre. Und obgleich die Tora nicht durch ihn gegeben wurde, so wurde die Schrift durch ihn geändert, wie es heisst (E. IV, 7) .. — Die Tosefta Sanhedrin und die angeführten Parallelstellen enthalten die ältesten Zeugnisse über die Entstehungsgeschichte unserer heutigen hebräischen Quadratschrift, die baby- Ionisch-assyrischen Ursprungs ist und deshalb auch kurz כתב אשורית die assyrische Schrift genannt wird. Von einer einheitlichen Stellung des Talmuds zur Frage der Schriftänderung kann man nicht reden, da bereits unter den Tanaiten verschiedene Meinungen herrschen. Es werden — wie in den folgenden Noten ausgeführt — drei Meinungen aufgestellt, die Esra teils zum Permutator, teils zum Restaurator der Quadratschrift machen wollen. Jedenfalls bringen alle Ansichten Esra mit der heutigen Quadratschrift in Verbindung. — Vgl. die weiteren Ausführungen im Exkurs II. 109) Die These der Neueinführung der Quadratschrift wird von R. Jose im Anschluss an seinen in Note 108 behandelten Ausspruch tradiert. Hier zitieren wir den Text des babyl. Talmuds (Sanhed. 21b).# Die Varianten der Paralleistellen im jerus. Talmud und der Tosefta sind für den vorliegenden Zweck belanglos: ואף על פי שלא ניתנה תורה על ידו נשתנה על ידו הכתב וכתב הנשתוון כתוב ארמית ומתורגם ארמית וכתב לא בהלין כתבא למקרי ופשרא... וכתיב וכתב לו את ״ משנה התורה כתב הראוי להשתנות ♦♦♦.Und ist auch die Tora nicht durch Ihn gegeben worden, so wurde doch die Schrift durch ihn geändert. Denn