Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 172)
- Language
- German
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i&> Die neunte Tekana erliess Esra, um das jüdische Familienleben in die alten Bahnen zu lenken. Viele Frauen hatten infolge des beschwerlichen Rückzuges und der grossen Hitze ihre Schönheit verioren und waren von ihren Männern im Stich gelassen worden. Als Esra nun das gesamte Staats- und Privatleben einer Regelung unterzog, erliess er auch die Verordnung, dass die Parfümerie- und Schmuckhändler ungehindert im Lande umherziehen und ihre Waren anbieten dürften.96) Trotzdem es mancherorts solche Krämer schon gab und somit ein Konkurrenzkampf unvermeidlich wurde, wollte Esra auch die Bewohner der entlegensten Gegenden von Händlern besucht wissen.97) Die Frauen sollten überall Gelegenheit haben, ורחץ [במים] את 1בל1 בשרו(במים): שלא יהא דבר חוצץ בין בשרו למים את בשרו את הטפל לבשרו ומאי דהו שער אמרי דאורייתא לעיוני דיילמא מיקטר אי נמי מאום מידי משום ״ חציצה ואתא איהו תיקן חפיפהUnd dass die Frauen sich kämmen und untertauchen sollen. Das steht doch bereits in der Tora (Lev. 15,16): ״und man bade seinen ganzen Körper in Wasser“: nichts darf zwischen seinem Fleisch und dem Wasser trennen; ״seinen ganzen Körper“ d. i.: auch die Haare? Die Tora gebietet nur nachzusehen, ob das Haar verknotet oder wegen der [sonst erfolgten] Trennung vom Wasser beschmutzt sei. Da kam Esra und ordnete das Durchkämmen an“. — Ygl. Sukka 6a. Diese Tekana ist mit Rücksicht auf die Schwere und Tragweite des איסור נדה Nidda• G^etzes erlassen und bezieht sich da* er nicht auf alle Tauchbäder. Aus der Tatsache, dass nicht nur חופפת, sondern auch טובלת steht, wird gefolgert, «lass die Reinigung kurz vor dem Tauchbad vorgenommen werdeu soll. UL näheren Ausführungen über diese Bestimmung siehe im 10. Perek in Nidda und Maimonides Hil hoth Mikwaoth V. ' Nach Rabbenu Ta u (Tosafoth Baba Kama) betrifft Esras Tekana nur das Kämmen des Kopfbaaies, nach Maimonides das Säubern aller Haare. 9«) Baba Kama 82t>:שיהו רוכלין מהדרין בעיירות משום תכשיטי נשים כדי ״ שלא יתננו על בעליהםDass die Krämer in den Mädten amberziehen dürfen; wegen des Schmuckes der Frauen, damit sie ihren Männern nicht verhasst werden“. 91) Baba Batra 22a:אמר רב נחמן בר יצחק זמורה רב הונא ברי׳ דרב יהושע ברוכלין המחזירין בעיירות דלא מצי מעכב דאמר מר עורא תיקן להן לישראל שיהו רובלץ מחוירין בעיירות כדי שיד,ו תכשיטין מצויין לבנות ישראל וה״מ לאהדורי אבל לאקבועי לא ״Es sagte RabNachman b. Jizchak: Rab Huna [der sonst auf dem Standpunkt steht, dass die ortsansässigen Kaufleute den auswärtigen den Verkauf wehren dürfen] gesteht hier zu, dass die Händler herumziehen und keiner es ihnen verwehren darf. Denn so heisst es: Esra ordnete an, dass die Krämer... (s. vorige Note) Das güt aber nur für das Herumziehen, nicht aber, um sich dort festzusetzen“. — Nach erfolgtem Verkauf mussten also die auswärtigen Händler die Stadt