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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 171

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 171)
Language
German
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16S Die sechste Tekana fordert, dass die Frauen früh am Morgen Brot backen sollen, damit die Armen stets gespeist werden können.92) Besonders solle man am Freitag daran! achten, nm auch mit den übrigen Vorbereitungen für den Sabbat rechtzeitig fertig zu werden.93) Die siebente Tekana verlangt von den Frauen Befolgung der Keuschheitsgesetze und das Anlegen gesitteter Kleidung.94) Die achte Tekana erweitert die Bestimmungen der Tora über das religiöse Tauchbad.95) Ordnung als so durchdrungen bezeichnet, dass unter ״Knoblauchessern“ einfach die Juden und nicht die Samaritaner zu verstehen seien. Denn Sadduzäer und Samaritaner verbieten den ehelichen Umgang am Sabbat, wozu sie die strenge Ruhe und der Begriff der Reinheit, welche sie für diese Tage innegehalten wissen wollen, veranlasst haben“. (Geiger, Nachgelassene Schriften III, 289.) Vgl. auch Magazin 1880 S. 68. 9a) Baba Kama 82: שתהא אשה משכמת ואופה בדי שתהא פת מצויד, לעניים ״Die Frau soll früh am Morgen aufstehen und backen, damit sich Brot für die Armen finde“. — Nach dem babyl. Talmud bezieht sich das auf die Tage, an denen gerade Brot benötigt wird. An solchen Tagen soll man, um nicht den Armen gegenüber in Verlegenheit zu geraten, schon rechtzeitig für das Vorhandensein von Brot Sorge tragen. 9ידוש׳ מבלה: הוא התקין שיהו אופין פת בערבי שבתות שתהא פדוסה מצויה ף לעניים Nach dem jerus. Talmud (Megilla a. a. 0) dagegen ״ordnete er an, dass man Brot an den Vortagen der Sabbate [am Freitag] backen solle, damit sich für die Armen Brot bereit finde“. — Während nach dem babyl. Talmud die soziale Fürsorge im Vordergrund steht, liegt nach der jerus. Ansicht auch hier wiederum die Rücksicht auf den bevorstehenden Sabbat vor. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auch nach dieser Ansicht vor allem die Sorge für הכנסת אורחים die ordentliche Verpflegung der Armen betont werden soll und nur deshalb gerade der Freitag hervorgehoben wird, weil man an diesem Tage ohnehin zu backen pflegt. 94) Baba Kama 82a: ״ שתהא אשה חוגרת בסינר משום צניעותאUnd dass die Frau einen ״Sinar“ anlegcn solle, aus Keuschheit“. — Aus Keuschheitsgründen, möglicherweise auch aus Reinlichkeitsgründen zur Zeit der Menstruation, trugen die Frauen eine Art Leibbinde. Im jerus. Text ist eine etwas abweichende Lesart. Vgl. dort Megilla IV, 1; Jebamoth 59b, Sabbat X, 4 Einleitung des Maimonides zur Mischna. — Die Etymologie des Wortes סינר steht nicht ganz fest. Es stammt vielleicht von dem persischen (zanar), das angeblich genau die von סינר geforderte Bedeutung hat; aber das persische Wort kaun seinerseits aus dem griechischen ^mvceQiov stammen, und somit wäre סינר eine Entlehnung des Wortes זונרין. Vgl. die Ausführungen von Krauss, Talmudisehe Archäologie Bd. I. S. 174 u. Anm. 681. “) Baba Kama 82a: ושתהא אשד. חוטפת וטובלת דאורייתא היא דתניא

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