Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 170)
- Language
- German
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164 richtshöfe gebildet wurden. Der Termin war nunmehr endgültig geregelt. Jeder konnte seine Streitsache zu bestimmter Zeit Vorbringen, und auch die Richter konnten besser über ihre Zeit und Tätigkeit verfügen. Während sich die ersten drei der zehn Tekanoth auf das öffentliche Gemeinwesen beziehen, betreffen die folgenden das Leben der Familie und des einzelnen. Die vierte Tekana galt der Ehrung des Sabbattages. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Sabbatvorbereitungen sollten Wäsche und Kleidung jeweils spätestens am Donnerstag gewaschen werden.90) Die fünfte Tekana, eine Ehebestimmung, ist hygienischer Art.91) einen Gerichtshof gab. Diese beiden Tage haben auf lange Zeit hin ihre Bedeutung als ימי הכניסה Markt- und Gerichtstage beibehalten. S. Megilla 2a, 5 b, Tosefta Megilla 1,3 und Taanith 11,4. ®°) Baba Kama 82a: ״ ומכבסין בחמישי בשבת משום כבוד שבתMan wäscht am fünften Tag der Woche: wegen der Würde des Sabbats“. — Damit der Sabbat festlich begangen werde, sollte man immer für frische Kleidüng und Wäsche Sorge tragen (Raschi zu j. Megilla a. a. 0 ). Da jedoch der Vortag des Sabbats, der Freitag, mit anderen Vorbereitungen ausgefüllt ist, wird empfohlen, bereits am Donnerstag zu waschen. Nach anderer Meinung geht jedoch die Verpflichtung, für würdige Sabbatkleidung zu sorgen, bereits aus dem in Sabbat 113 a aus Jes. 58,13 gefolgerten Hinweis hervor:וכבדתו מעשות דרכיך וכבדתו שלא יהא מלבושך של שבת ״ כמלכושך של חולEhre ihn [den Sabbat], nicht zu tun deine [sonstigen] Wege“ : ehre ihn nämlich damit, dass deine Sabbatkleidung eine andere als die des Werktags sei. Ähnlich in Sabbat 119 a. Vgl. auch Hillels Tekana, drei Tage vor Sabbat die Wäsche zum Waschen zu geben, in Tosefta Sabbat I, 22 und Sabbat 19 a. 9,) Baba Kama 82a: שיהו אוכלין שום בערב שכת משום עונה והשום מרכה ״ זרעMan soll in den Sabbatnächten Knoblauch essen: wegen des ehelichen Umganges [der für die Sabbatnacht bestimmt ist]“. Vgl. auch Tosefta Ketuboth V, 6, Ketuboth 62 b u. Nedarim 31a.— Diese Bestimmung Esras mag eine der vielen sein, die er in bewusstem Gegensatz zu den Samaritanern erlassen hat. Haben Sadduzäer und Samaritaner das Lichtbrennen am Sabbat für verboten erklärt, so fordern es die pharisäischen Rabbinen, deren Begründer Esra gewesen war (vgl. Note 132), demonstrativ: Der Sabbat soll durch Beleuchtung verherrlicht werden (Mechilta Exod. 35,5, Jalkut 1,408). ״So wird auch von der rabbin. Tradition, auf Esras fünfte Tekana gestützt, der eheliche Umgang am Sabbat gestattet, geradezu die Erfüllung dieser Pflicht auf den Sabbat verlegt, der Genuss des Knoblauch deshalb an ihm verordnet und diese An-