Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 166)
- Language
- German
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160 über eine Toravorlesung galt für das Hüttenfest im Erlassjahr am v Ende von je sieben Jahren.77) Aber schon Mose hat den regelmassigen Vortrag an den Sabbaten und Festtagen bestimmt,78) und vielleicht ist aach auf ihn das Vorlesen am Montag und Donnerstag im Morgengebet zuriickzufUhren.79) Jedenfalls waren die Ursprungliehen Anfänge dieser Vorträge sehr einfach, die Lektion umfasste nur wenige Verse oder wurde nur von einer Person vorgenommen. Indessen war durch den Verlust des Heiligtums dem Volk jede Möglichkeit religiöser Gemeinschafts-Betätigung genommen, auch Hess im Exil die Belehrung des Volkes durch die Propheten nach. All diese Grunde mögen Esra, womöglich schon in Babylonien,80) za dem Entschluss veranlasst haben, die für die Sabbattage und vielleicht auch Wochentage schon bestehende Institution der Schrift- Vorlesung auszubauen und zu erweitern. Er bestimmte, dass am Sabbat Nachmittag sich das Volk zum Verlesen aus dem jeweiligen Wochenabschnitt versammeln solle.81) So sollte auch den Reisen- 7ל) Deut. 31,1013־. 7•) Baraitha in Megilla 31a Vgl. Sifre Deut. § 127, Midr. Tanaim S. 89 und Josef Caro Tur 0. Ch. 429. Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wird bereits der Sabbatvorlesungen als uralter Sitte gedacht. Josephus gegen Apion 2,17. Ende der Apostelgeschichte 15,21. 79) Baba Kama 82a:דתניא וילכו שלשת ימים במדבר ולא מצאו מים דורשי רשומות אמרו אין מים אלא תורה שנאמר הוי כל צמא לכו למים כיון שהלכו שלשה ימיים ״ בלא תורה נלאו עמדו נביאים . .. תלתא נכרי תלתא פסוקי..♦Baraitha: Sie gingen drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser (Exod. 15,22). Die Erklärer sagen, Wasser d. i. die Tora, wie es in Jesaia 55,1 heisst. Damit sie nicht drei Tage ohne Tora blieben, ordneten die Ältesten des Volkes [wo* V bei hauptsächlich an Mose selbst zu denken ist] die Verlesung von drei Sätzen durch drei Leute an.“ — Vgl. II Kön. 23,2 u. II Chron. 34, 30. Auch Philo II, 630 spricht nur von einem der Ältesten, der vorlas. *°) Menachem b. Salomo Mei'ri erklärt in seinem Talmudkommentar zu Megilla, dass Esras Anordnung schon in Babylon zur Zeit des ״Purimwunders“ getroffen sei. — Vermutlich sind jedoch alle zehn Tekanoth von Esra gemeinsam im Heiligen Land erlassen worden. Vgl. auch Hoffmanns Ausführungen im Magazin, 1883 S. 48f, und die dort behandelte Stelle aus j. Baba Kama. •l) Baba Kama 82a: עשרה תקנות תיקן עזרא שקורין כמנחה כשבת משום ״ יושבי קרנותZehn Anordnungen erliess Esra. 1. dass man am Sabbat Nachmittag mit Rücksicht auf die Reisenden aus der Tora vorlesen solle.“ — Dem babyl. Talmud gemäss ist die regelmässige Vorlesung an den Wochentagen bereits auf Mose zurückzuführen. Esra habe die bestehende Einrichtung nur