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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 165

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 165)
Language
German
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159 Diese Schritte, die Esra gegen die Nachbarvölker unternahm, waren von grosser prinzipieller Bedeutung für die zukünftige Entwicklung und Weltstellung des Judentums. Das Verhalten Esras war nicht durch Engherzigkeit oder Fanatismus beeinflusst, sondern nur von der Notwendigkeit der Erhaltung des jüdischen Glaubensideals und Staates geleitet. Unter diesen Umständen musste sich Esra dazu entschliessen, Massnahmen zu ergreifen, die zur einheitlichen und festen Begründung des Volkes unumgänglich waren: 7. Die ״Zehn Tekanoth“. Aus der grossen Reihe der Bestimmungen, die auf Esra zurückzuführen sind, sind am bekanntesten die ״zehn Bestimmungen“, die vermutlich gemeinsam erlassen und in Kraft gesetzt wurden. Die erste der zehn Tekanoth betrifft das regelmässige Verlesen der Heiligen Schrift. 76) Die älteste Anordnung der Tora Toten hätten und überhaupt jeder Gedanke an sie in Israel schwinden solle. Diesen Bannspruch schickte man zu den Juden nach Babylonien, die ihrerseits noch weitere Verbote hinzufügten.“ — Nach diesen Ansführnngen des Jalknt, die aus Pirke de Rabbi Elieser Kap. 38 geschöpft sind, wäre Esra bereits mit Serubabel von Babylon gezogen. Das würde den von uns mehrfach zitierten Augaben des Talmud und Midrasch widersprechen, denen gemäss Serubabel bereits 18 Jahre vor Esra nach dem Heiligen Land zurückgekehrt ist (vgl. N. 23). — Über Serubabels spätere Tätigkeit ist nichts weiteres bekannt. Nach Seder Olam Suta Kap. 7 ist er nach Vollendung des Heiligtums und der Stadtmauer nach Babel zurückgekehrt und dort gestorben. — Das Verbot, ״das Brot eines Kutäers“ zu essen, ist unter Anlehnung an Esras Bannsprueb zu einer in Mischna und Schulchan Aruch festgelegten Bestimmung geworden. Siehe Mischna Schewiith VIII, 10 u. Lipman Heller in Tosafotb Jom Tow z. St״ Vgl. auch Jawitz III Exkurs 7. 76) Die zehn Tekanoth werden hier in der Reihenfolge wiedergegeben, wie sie im Babylon. Talmud (Baba Kama 82 a) aufgezählt sind. Im Jeras. Talmud finden sich einzelne Abweichungen, die in den folgenden Fussnoten jeweils besprochen werden. Esras Anordnungen traten sofort in Kraft und haben bis zum heutigen Tag ihre Gültigkeit behalten. Für die Haiacha lieferten sie einen wesentlichen Bestandteil. Es soll deshalb wegen ihrer Bedeutung auch jeweils auf ihre halachische Anwendung hingewiesen werden. — Eine ausführliche Darstellung über das Wesen der Tekanoth überhaupt und über die zehn Tekanoth hat Bloch in seinem Schaare haTekanoth II gegeben. Vgl. die kritischen Auseinandersetzungen über die ״Takanoth of Ezra“ zwischen Zeitlin (J.Q. R. XVIII S, 61-74) und Marmorstein (J.Q.R. X S. 367—371).

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