Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 159)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3486266-3486299--8229-3494608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
!Sä einem feierlichen Einweihungsakt erlangte Jerusalem seine Ursprungliehe Heiligkeit und seine ehemaligen Rechte wieder. Aus strategischen Massnahmen veranlasste Esra, dass die Stadtmauer in weiterem Umkreis als bisher errichtet würde, und erklärte auch den neu gewonnenen Aussenbezirk als zur Stadt gehörig und heilig.63) So hat Esra dem Lande, der Stadt Jerusalem und dem Tempel nach Möglichkeit sein altes Gepräge verliehen, hat gewissermassen selbst das zweite Heiligtum erbaut.64) Mit dem Aufbau der Stadt und des Heiligtums allein war noch nicht die Grundlage für den sicheren Bestand des Staates gegeben. Die inneren Verhältnisse der Nation sollten durch eine straffe Disziplin gefestigt werden. Jede Auflehnung gegen den Willen der Tora und die Autorität der Volksführer musste geahndet werden. Ursprünglich waren die Leviten dazu bestimmt, Hüter Regierungs-Jahr des Artachschasta die Erlaubnis, auf 12 Jahre als Statthalter nach Judäa zu gehen. Dort hat er den Bau der Stadtmauer geleitet. Das genaue Datum ihrer Vollendung und der feierlichen Einweihung durch Esra und Nechemia findet sich nicht. Wie aus Schabuoth 16a hervorgeht, hat erst durch diese feierliche Einweihung die neu errichtete Stadtmauer ihre rituelle Bedeutung in Beziehung auf den Tempel erhalten. ״Da von den Opfern nur innerhalb der Stadtmauern etwas gegessen werden durfte“, hält J. Bondi, (Jahrbuch, Band XVII, S. 328) ״auch den Tempelbau erst mit der Einweihung der Stadtmauer für vollendet“. Bondi identifiziert Artachschasta mit Artaxerxes II. (404—359), die Mauer war vermutlich spätestens vor Nechemias Rückkehr im 32. Jahr des Artaxerxes, i. J. 373, beendet, sodass bis znr Schlacht von Issus (333) nur noch 40 Jahre übrig bleiben. Auf diese Weise will Bondi die 34״ Jahre der Perserkönige“ erklären. Vgl. Exkurs 1. «8) Tosefta Sanhedrin III, 4 und Schabnoth 16a bringt vom Tanaiten Aba Scha’ul eine Schilderung des Ölbergs, auf dem sich zwei weite Flächen befanden. Die eine am Abhang des Berges gehörte mit zur Stadt und wurde wie innerhalb der Stadtmauer liegend behandelt. Die andere hefand sich auf dem Plateau des Berges, gehörte aber nicht zum Stadtbezirk Jerusalems. Als Esra die Mauer um Jerusalem errichtete, liess er auch diesen Punkt miteinbeziehen, ״weil er eine Blösse Jerusalems war und die Stadt von dort aus leicht hätte eingenommen werden können“. Denn, sobald auch dieser Teil als zu Jerusalem gehörig und als heüig betrachtet werde, würde sieh nach Esras Voraussicht das Volk mit weitaus grösserer Hartnäckigkeit dieses Platzes erwehren. Vgl. Tosafoth z. St. •*) Midi•. Tehillim 30: ״ אחד בנה שלמה ואחד בנה עזראDa» eine bat Salomo, das andere Esra erbaut“.