Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 149)
- Language
- German
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143 uahmen greifen. In Babel wurde nämlich der Gerichtshof mit Esras Fortgaug aufgelöst,32) und alle Gelehrten, die sich um den Erhalt der Familien und Stämme hätten kümmern können, zogen mit ihm fort.33) Der Bestand der Stammesreinheit war somit gefährdet und eine zügellose Vermischung unter den Zurückgebliebenen zu bcfürchten. Um dies zu verhüten, führte Esra Stammlisten ein, prüfte die Abstammung eines jeden besonders und sonderte alle die gewaltsam ab, die ihre Herkunft nicht nacbweisen konnten. Er ruhte nicht eher, als bis Babylon wie ״feines Mehl gesiebt“ war.34) Dort blieben nur die ״Reinen“ zurück, bei denen eine Vermischung mit anderen Stämmen nicht zu befürchten war. Alle anderen — insgesamt zehn Gruppen verschiedener Abstammung — zwang Esra, sich dem Zuge anzuschliessen.35) Er selbst hatte seinen eigenen der Widerspruch zwischen angeführtem E VIII, 15 und E VII, 5 in Note 40 u. 41 behandelt. 83) Raschi j. Kiduschin IV, 1. 88) Raschi Kiduschin 69b. 84) Mischna Kiduschin IV, 1: מתני* עשרה יוחסין עלו מבבל כהני לויי ישראלי... נמ‘ מאי איריא דתני עלו מבבל נתני עלו לארץ ישראל מסייע ליה לד אלעזר ״ .דאמר ד אלעזר לא עלה עזרא מבבל עד שעשאה כסולת נקיהZehn verschiedene Abstammungsgruppen zogen von Babylon herauf, Priester, Leviten, Israeliten usw.“ Dazu Kiduschin 69b: ״Warum steht in der Mischna: zogen von Babylon, es sollte doch heissen: zogen nach dem Lande Israels? Das ist aber ein Beweis für den Ausspruch R. El’asars: Esra zog nicht früher von Babel fort, als bis er es wie feines Weissmehl gemacht hatte“. S. auch Kidusch in 71b, j. Kid. IV, 1 und Jalkut II 1067. — Die reine Abstammung wird sinnbildlich als ״feines unvermischtes Mehl“ und die vermischte, d. h. illegitime Abstammung als ״ עיסהMengteig“ bezeichnet. Die geschichtliche Materie hierfür behandeln Grätz, Monatsschrift 1879, S. 451—508 ״Illegitime Mischehen in Judäa“ und Rosenthal, Monatsschr. 1891, S. 39ff. ״Über עיסה“. S. Berliner, Beiträge zur Geographie... S. 16. Über ״Babel im Verhältnis zu Erez Israel“ vgl. Kid. 69b u. 71a. Unter Babel ist, wie Berliner a. a. 0. S. 14 ausführt, meist das Land Babylonien, seltener die Stadt gleichen Namens gemeint. Funk, Die Juden in Babylonien II, S. 157, betrachtet die Stadt Babel nur nominell als Hauptstadt des jüd. Babyloniens, die eigentliche sei Sura am Westufer des Euphrat gewesen. Tosafot Sabbat 36 b stellt die Existenz einer Stadt Babel in tahnudischer Zeit ganz in Abrede. Berliner,- S. 25 Anm. 2. Obermeyer, Die Landschaft Babylonien..., behandelt in einem bes. Kapitel, wie weit ״Die Grenzen Babyloniens“ nach den geogr. Angaben des Talmuds zu denken sind. M) ibid: איתמר אביי אמר עלו מאילהם תנן ורבא אמר העלום תנן.. איבעית אימא דבולי עלמא אית לדיו דר־ אלעזר והבא בהא קמפלגי מר סבר אפרושי אפרושינהו