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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 142

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 142)
Language
German
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i. Esra in Babylonien. I. Die Geschickte des babylonischen Exils. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts vor der heutigen Zeitrechnung mussten Israels Söhne den heimatlichen Boden verlassen und sich der Macht babylonischer Herrscher unterwerfen. Immer von neuem führte Nebuchadnezar Hunderte und Tausende nach Babylonien in die Gefangenschaft. Etwa 18 Jahre vor Zerstörung des Heiligtums hatte bereits die Leidenszeit des Exils ihren Anfang genommen.1) Während der langen Dauer des Exils verlor das Volk nicht die Hoffnung und harrte des Tages, an dem das Wort des Propheten Jirmijahu sich verwirklichen sollte: ״So spricht der Ewige: Sowie abgelaufen sind für Babel siebzig Jahre, werde ich euch bedenken und werde an euch meine gute Verheissuug erfüllen, euch an diesen Ort zurückzubringen.2״) Im zweiundfünfzigsten Jahre nach der Zerstörung des Heiligtums hielt man diesen Augenblick für gekommen, da nunmehr siebzig Jahre der Verbannung verstrichen waren. Das babylonische Reich hatte durch die Eroberungszüge der Perserkönige sein Ende erreicht. Auf Darjaweseh den Meder war Koresch gefolgt,3) der den Juden unter der Führung Serubabels und Jehoschuas den Rückzug in das Heilige Land gestattete. Nahezu 50000 Mann schlossen sich Serubabel zum ersten Zug nach Palästina an.4) Koresch händigte ihnen die von Nebuchadnezar aus dem Heiligtum entwendeten Geräte aus.5) Die in Babylon Zurückbleibenden schenkten ihnen viele Spenden aus Silber und Gold. Mit diesen reichen Schätzen versehen, zogen die Juden in das Heilige Land und begannen sofort mit der Grundsteinlegung des Heiligtums.6) Doch das Wort Gottes war nicht richtig verstanden.7) Zwar hatte ein Teil des Volkes schon sieben Jahrzehnte l) II. Könige c. 25. *) Jirmijahu 29,10. а) Die geschichtlichen Unterlagen für die folgenden Ausführungen auf Grund der talmudischen Quellen sind in Exkurs I ausführlich behandelt. 4) E II 64-65. *) E I 7—11. б) E III 8-10. 7)In Megilla 11a wird ausgeführf, welche Möglichkeiten für die Berechnung der 70 Jahre angenommen wurden. Doch immer wieder irrte man

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