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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 90

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 90)
Language
German
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84 in Sijag La־thora; Malbim in seiner Vorrede zu seinen! Jesajakommentar; Mendelssohn in der erwähnten Vorrede zu seiner Pentateuchausgabe; Jellinek im Beth ha־Midrasch, S. XIII. Von christlichen Gelehrten ist der erste, der die talmudisehe Auffassung anerkennt, Hi 11 er, der in ״de Arcane Kethib et Keriu schreibt: ״Es wird doch in unzähligen Beispielen gezeigt, dass man nach gewissen Gesetzen und wunderbarer Kunst es ausgedacht hat. Ich sehe nicht ein, dass jemand, der glaubte, es könnten die vielen Formen durch irgend einen Zufall so verwechselt sein, dass sie zuletzt in den Text recipiert werden konnten, ja nicht einmal in einem Verse hätte ein solcher blinder Zufall walten können. — Dass die ungewöhnliche Punktation oder die Figur der Buchstaben ein Geheimnis enthält, halte ich für richtig und als letztes Asyl der unwissenden Verzweiflung. Die Führer der Theologen haben gezeigt, dass mit der grössten Einfachheit ein Doppelsinn verbunden ist. — Wir können daher das Urteil des Capellus nicht verstehen, dass die Schreiber jene heiligen Mysterien erst von sich produziert haben sollten. Das ist sehr weit entfernt von der Majestät und der Autorität des heiligen Geistes und leugnet die Inspiration und die jüdischen Kommentatoren, die Auffassung des Talmuds und das Talent der Talmudisten. Die älteste masorethische Überlieferung ist die der Talmudisten, die sagen, es sei Halacha le- Mosche mi-Sinai, d. h. Tradition des Moses vom Berge Sinai d. h. der Ursprung ziehe sich von Moses her, der zuerst diese Art und Weise des Schreibens ausgedacht habe. Der sicherste Beweis dieser alten Ansicht wird genommen aus jenen Wörtern, die aus Gründen der Decenz mit ehrenhaften vertauscht werden. Diese Änderung muss man den Zeiten zuschreiben, in denen die Sprache der Hebräer noch lebendige Sprache war und das ehrenvolle von dem obscönen Wort unterschieden werden konnte. Denn die obscönen und ehrenhaften Wörter sind Sprachgebrauch, nicht ethymologischer Art. Es ist aber nicht anzunehmen, dass es geschehen sein soll, dass Mäuner, die das einmal tradierte in den verschiedeuen Büchern mit verschiedenen Worten gefunden haben, von göttlichen Männern geschrieben und nachher korrigiert haben sollten; fern sei es, dass wir über die Worte des lebenden Gottes so schmachvoll und fioster denken sollten. Wir wünschen nämlich zu sagen, dass Gott, der so viele Dinge und Worte den Propheten inspiriert hat, nicht ge-

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