Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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80 Gedanke kann auch tut Beantwortung der ersten Präge, die wir aufgeworfen haben, dienen. Dem Propheten und späteren Schriftgelehrten War im Sinne des biblischen Gebotes Deut. 17.8 ff.: ״ ...... Und Du sollst kommen zu den Priestern, den Leviten, und zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird und Du sollst sie fragen und sie werden Dir die Rechtssache mltteilem Und Du sollst tun nach dem Ausspruch, den sie Dir mitteilen werden Von jenem Ort, den der Ewige erwählen Wird Und Du sollst tun ganz so, wie sie Dich lehren werden44, die Mög* lichkeit und die Berechtigung gegeben worden, Anordnungen, sog. Tekanoth oder Geseroth, zu treffen, denen ebenso rechtsgültige Kraft zuerteilt werden musste, wie den sinaitischen Geboten und Verboten.l) Dass man in diesem Sinne auch die Talmüdstelle in Nedarim bezüglich der Q. K. erklären kann, bewies mir Jakob Bacharach in Sefer ha־Jachas. Mit dem dort erwähnten Ausdruck Halacha le־Mosche mi-Sinai muss nicht gesagt sein, dass jedes einzelne Q. K., das die prophetischen und bagiographischen Bücher aufweisen, tatsächlich schon am Sinai geoffenbart wurde. Die Erlaubnis und Befugnis zweierlei Lesarten den heiligen Schriften anzufügen, um mit der einen — einen tiefen geheimen Sinn anzudeuten, diese Erlaubnis gab Gott dem Moses bereits am Sinai, indem Gott selbst dem Moses an verschiedenen Stellen des Pentateuchs solche Lesarten inspirierte. Die Propheten hatten selbstverständlich nicht die Möglichkeit und das Recht, diese Lesarten nach eigenem Gutdünken anzuzeichnen, sondern sie waren auf das, was ihnen durch Inspiration mitgeteilt wurde, angewiesen. In diesem Sinne ruft R. Jizchak uns zu, dass sämtliehe Q. K. in allen heiligen Schriften feststehendes Gesetz seien, an denen jeder Leser sofort erkennen wird, dass in den Versen, in denen sich das betr. Q. K. vorfindet, im K. ein geheimer Sinn verborgen liegt, aber keineswegs sind sie Korrekturen oder einfache Varianten. Dieser Gedanke dürfte auch in den Worten des l) s. Schabbath 23 a und Torath Newijim, S. 10 ff. — Vgl. auch Ascheri am Anfang von הלכות מל,ראות, der diese Art von Halacha le־Mosche mi-Sinai in einer anderen Weise erklärt, die mit den obigen Ausführungen nicht im Widerspruch stehen, sondern dieselben näher veranschaulichen.