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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 82

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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76 in Nedarim 37 b. Ganz allgemein über die Zuverlässigkeit de? talmudischen Nachrichten zitiere ich für diejenigen, die hierfür noch eines Beweises bedürfen, weil sie nur aus tendentiösen und die Wahrheit entstellenden Schriften anderer schöpften, einige Worte Hüpeden’s1): ..den (nämlich den Talmud) man nicht schlechterdings damit abweisen kann, dass die jüdischen Nachrichten leere Träume sind, dass sie ja in historischen Sachen wegen ihres Alters nicht eher ihre Glaubwürdigkeit verlieren, bis man das Gegenteil davon aus sicheren Zeugnissen oder klaren Widersprüchen erweisen kann.“ Von christlicher und auch jüdischer Seite glaubte man in früheren Zeiten und in noch höherem Masse neuerdings sich verpflichtet, nicht nur mit dem kritischen Augenspiegel den Talmud in Augenschein zu nehmen, sondern man verurteilte seine Aussprüche, man hielt die in ihm geläufigen logischen Schlußsätze und Folgerungen für eitle Hirngespinste, weil man über den Talmud nur oberflächlich unterrichtet war, ohne näher in ihn und seine Wesensart eingedrungen zu sein, oder weil man der Mitwelt grosse Geistesschärfe und die Gelehrsamkeit, auch im rabbinischen Schrifttum belesen zu sein, zeigen wollte. Diese Art der Forschung ist vom wissenschaftlichen Standpunkt weit entfernt. Wir haben uns eben auf die talmudischen Berichte vollständig zu verlassen, zum mindesten aber, wenn jemand dies nicht im vollen Umfange für richtig hält, auf die Nachrichten über irgend einen Gegenstand, über den kein älteres oder zuverlässigeres Zeugnis in anderen Schriften des Altertums nachzuweisen ist. Und wer vermag zu leugnen, dass wir im Berichte des Talmuds in Nedarim das älteste Zeugnis über die wahre Bedeutung der Q. K. zu erblicken haben. An der zitierten Stelle sagt der Talmud von den Q. w. K., sie seien Halacha le-Mosche mi-Sinai, d. h. eine gesetzliche Überlieferung vom Sinai her, die Gott dem Moses am Sinai übergeben habe. Zum richtigen Verständnis dieser Stelle müssen wir ein klein wenig weiter ausholen. Der Terminus Halacha le־Mosche mi-Sinai kommt im Talmud sehr häufig vor. Alle Stellen zählen in Ergänzung derer, die von Maimonides in der Einleitung zu seinem Mischnakommentar gebracht י) Neue wahrscheinliche Mutmassungen von der wahren Ursache und Bedeutung der ausserordentlichen Punkte, Hannover 1751, S. 38.

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