Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
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?0 wurden und iti denselben neben anderen Gegenständen aüch die buchstäbliche Erklärung des Schriittextes zum Vortrag kam, machten die Lehrer ihre Schüler auf Eigentümlichkeiten und Seltenheiten im Text, vorzüglich aber auf Sprachformen, die nach ihren Begriffen fehlerhaft zu sein schienen* aufmerksam und gaben die sprachlich richtige Lesart am Diese Bemerkungen notierten sich die Schüler, die anomale Form nannten sie K.* die vom Lehrer als richtig angegebene Q. Auf diese Weise kam man schon vor Abfassung des Talmud und ohne dass man Handschriften verglich, in den Besitz von orthographischen, grammatischen und kritischen Bemerkungen, die dann spater einen Bestandteil der Masora bildeten. Zu dieser Ansicht von der Bedeutung der Q. K. kam Herbst natürlich durch die Q. K., die er z. B. im Jer. 2. 33, 4. 19. 30 und vielen anderen Stellen fand.1) Zunächst spricht gegen die von ihm aufgestellte Theorie die Tatsache, dass sie hur auf einen sehr kleinen Bruchteil der Q. K. Anwendung finden kann. Dass, um nur einige Beispiele neben den euphemistischen Q. zu nennen, in Gen. 33.4 das Q. צואריו, Deut. 5.10 das Q. מצרתיו, Jes. 8. 16 das Q. בעי auf Abweichungen von der grammatikalischen Norm beruhen können, dürfte schwerlich zu beweisen sein. Ausserdem ist die Änderung der grammatikalischen Formen wie die oben aus Jeremja zitierten, nicht überall anzutreffen. In Jer. 42. 6 begegnet uns im K. אנו, das Q. hat אנחנו. Hier — so wird von vielen behauptet — hat man die Richtigkeit der alten Form nicht mehr erkannt und hat sie in die neuere, gangbarere Form umgewandelt. Auch Herbst wird wohl sagen, dass die Form אנו eine Lesart sei, dih ״nach der Sprachriehtigkeit fehlerhaft erschien“ und deswegen haben die Lehrer sich verpflichtet gefühlt, ihre Schüler auf diese tJnregelmässigkeit aufmerksam zu machen, die ihrerseits die Bemerkung ihres Lehrers sich notierten. Hier hat Herbst uns aber vergessen zu erklären, woher es denn kommt, dass im Text der Gebete, die bekanntlich von Esra und den Männern der grossen Synode festgesetzt wurden, also in einer bedeutend späteren Zeit, diese dem Sprachgebrauch zuwiderlaufende Form anzutreffen ist (vgl. z. B. den *) Die bei der Besprechung der Theorie von den Korrekturen gemachten Einwände haben zum grössten Teil auch hier Gültigkeit, ebenso wie das hier Gesagte dort eingewandt werden kann.