Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
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69 eine Einheitlichkeit in der ״Korrektur“ zu eirblicken (Jes. 32. 7; Am. 8.4; P8. 10.12, 149.4; Hiob 24.4; Misch. 14. 21, 16.19). Ein Korrektor wäre sicherlich so vernünftig gewesen nnd hätte einheitlich korrigiert oder hätte es mindestens nicht für nötig gefunden, bei עניים resp. עניים eine ״Korrektur“ anzuzeichnen. Oder wer will etwa sich erkühnen, den Korrektor eines so schwachen Gedächtnisses zu bezichtigen, dass er Ps. 9.19 nicht mehr gewusst haben sollte, dass er Ps. 9.13 ענדם korrigierte. Ans allen diesen besprochenen Gründen, denen vielleicht noch mancher andere hinzuzufügen wäre, zeigt sich zur Evidenz die Unrichtigkeit der Behauptung, dass die Q. K. einfache Korrekturen der Masorethen oder späterer Grammatiker sind. § X. Andere Ansiehten. Von anderen Gelehrten, die über die Bedeutung und den Charakter der Q. K sprechen, seien hier nur die drei wichtigsten behandelt: I. Herbst1) will die verschiedenen Bemerkungen der Masorethen — er hält dieselben für kritische — auf folgende Art entstanden sehen. Nachdem die hebr. Sprache aufgehört hatte Sprache des Volkes zu sein,2) eigneten sich die mehr unterrichteten Leser der heiligen Schrift nach und nach gewisse allgemeine Grund• sätze der Grammatik und Syntax an und bildeten sich so einen Sprachtypus, den sie zum Lesen des biblischen Textes mitbrachten. Wenn nun aufmerksame Leser an verschiedenen Stellen eine Abweichung gewisser Sprachformen von dem mitgebrachten Typus bemerkten, hielten sie dieselben für Unrichtigkeiten oder mindestens für Eigentümlichkeiten. Als später öffentliche Schulen errichtet l) Hist. krit. Einleitung in die hl. Schriften des A. T., Freiburg 1844, S. 120. *) S. hierüber Gesenius, Gesch. § 13, der auch die Talmuds!eilen Megilla 3 b und Nedarim 37 b behandelt.