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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 71

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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IRI
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65 sprach die zu schreibenden Worte vor sich hin, bevor er schrieb; es konnte also ein Irrtum unmöglich Vorkommen. Ich stelle mich hier in Gegensatz zu Blau (Buchwesen, S. 186): ״es konnte also Vorkommen, dass er einzelne Buchstaben nach der Anssprache nnd zwei verschiedene Stellen infolge ihrer Ähnlichkeit verwechselte“. Das müsste ein ausserordentlich unaufmerksamer Abschreiber gewesen sein, der, trotzdem er eine Vorlage vor sich hatte, dieselbe durchlas, Wort für Wort abschrieb, sich trotz des Vorsichhersagens nicht mehr erinnern konnte, welchen Buchstaben er in der Vorlage gesehen hatte. Selbst wenn dem Schreiber beim Abschreiben ein Fehler unterlaufen wäre, hätte man denselben beim Korrigieren wohl entdecken müssen. Es waren, wie Blau selbst bemerkt, amtliehe Korrektoren angestellt, die vom Tempelschatz bezahlt wurden (מגיהי ספרים שבירושלים נוטלן שכרן מתרומת הלשכה, Kethuboth 106 a, jer. Schekalim 4. 5; s. ferner die Vorschriften in Masecheth Soferim, Kethuboth 19 b, Pesachim 112 a, die zum grössten Teil auch für das Ab schreiben der prophet. u. hagiographiseb. Bücher bindend waren). Ein Bürge für diese Annahme ist ferner die Gewissenhaftigkeit, mit der im Orient von jeher Abschriften angefertigt und dann in einer Versammlung (Diwan) von Gelehrten oft mit einer gewissen Feierlichkeit durchgelesen wurden, um die Schriften unverfälscht zu erhalten (vgl. Scholz, Einleitung, S. 410). Es ist nicht einzusehen, warum man solche Tatsachen nur für profane Schriften gelten lassen und nicht denselben Maßstab in noch höherem Masse an den unter göttlichem Beistand geschriebenen heiligen Büchern anlegen will. Die Sucht, glänzen zu wollen und zu zeigen, dass die erreichte Gelehrsamkeit auch nicht vor dem Heiligsten Halt macht, und, befähigt genug zu sein, sich erkühnt, Fehler dort zu entdecken, wo der menschliche Unverstand an dem Nullpunkt angelangt ist, dürfte endlich eingeschränkt werden; eine neue, sicherlieh fruchtbringendere, auf dem biblischen Gebote, nicht das geringste an dem bestehenden Gesetz zu ändern, aufgebaute Exegese zu schaffen, sollte die Aufgabe der kommenden Jahre sein. Betrachten wir nur einige Q. K., so wird es uns vollständig klar werden, dass wir in den Q. unmöglich Korrekturen erblicken können: lieder bezieht. Nach diesem Urteil ist seine Auffassung über die Q. K. umso merkwürdiger. * Jahrbuch der J. L. G. XXI. 5

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