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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 68

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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62 Unterschied zwischen beiden Erklärungen besteht also darin, dass nach der ersten Auffassung des B. Hai Gaon sich eine falsche Lesart vorfand,während dies nach Baschi keineswegs vorauszusetzen ist. Wie dem auch immer sei, auf keinen Fall sind die Ittur Soferim kritische Konjekturen der Soferim und eine Änderang des geschriebenen Konsonantentextes, wie viele annehmen wollen. In richtiger Erkenntnis dessen schreiben schon Keil (Lehrbuch der hist. krit. Einl. in die kan. und apokr. Schriften des A. T., Frankfurt a. M. 1873, S. 261), Herbst (hist. krit. Einl. in die hl. Schriften des A. T., Freiburg 1844, I. S. 116) und König (Einl. S. 34).ף Zum näheren Verständnis dessen, was man unter Tikkun Soferim zu verstehen hat, bringe ich zunächst einige Beispiele, bei denen diese Bezeichnung angewandt ist: Gen. 18.22 ואברהם עודנו עומד לפני ד׳ anstatt וד עודנו עומד לסד אברהם; Num. 11.15: ואל אראה ברעתי anstatt ־ואל אראה ברעתם, Mal. 1.13: והפחתם אותו anstatt והפחתם אותי. Die richtige Bedeutung dieser ״Bichtigstellung der Soferim“ gibt uns B. Salomon ben Adereth (zitiert nach Sifthe Chachamim zu Gen. 18.22): ופירוש תקון סופרים בכל מקום אין הכוונה בו kennzeichnen. Mir leuchtet diese Erklärung nicht ein, denn wenn die Soferim von der irrtümlichen Einschiebang der Waw’s überzeugt waren und wussten, dass dieselben nur auf einen Irrtum der Landleute zurückzuführen seien, dann hatten sie sich nicht mit der Anzeichnung eines Ringelchens begnügt und sich nicht gescheut, dieselben vollständig zu streichen. — Die Erklärung von R. Hai Gaon hat am meisten für sich, insbesondere nach Gittin 86 a, wo Raschi das Wort auch in seinem Sinne erklärt. Der Widerspruch in der Worterklärung Raschis (in Nedarim und Gittin) erledigt sich dadurch, dass der Kommentar zu Nedarim von f. 25 ab nicht von Raschi, sondern R. Gerschom Meor ha• Goiah ist (S. R. Joseph Caro in Beth Joseph, Orach Chajim 47, Jore Deah 217, Choschen Mischpat 186; Usulai, Schern ha-Gedolim.) 1J S. auch Tosaphoth, R. Ascher und R. Nissim z. St., ferner Minchath Schai zu Num. 12.14. ף Vgl. Strack, proleg. S. 86; Wittmann, S. 88ff.; Waehner, antiqu. ehr. I. S. 107ff.; Welte, Geschichte des hebr. Bibeltextes in der Theolog. Quartalschrift, Jahrg. 30, S. 602; Molitor, S. 437; R. Jakob ben Chajims Einleitung (Ginsburgs Übersetzung, S. 67); סיע לתורה, S.3b; Eichhorn, I. S. 241, hält die Ittur ebenso wie die Tikkun Soferim für Fehler, die sich in den Text eingeschlichen haben und durch Vergleichung von Handschriften entdeckt worden waren; ähnlich de Wette, S, 134; s. auch die Literaturangabe in Bühls Einleitung, S. 104.

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