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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 58

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 58)
Language
German
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52 Irrtum? Weil Ihr den Grundsatz des R. Nechemja nicht adoptiert habt, in dessen Namen gelehrt wird: an jedes Wort, als dessen Anfangsbuchstaben man ein Lamed erwarten sollte, aber keines hat, an dessen Ende steht hierfür ein He.“1) Dass die Samaritaner es mit der Schreibung des He locale nicht sehr genau nahmen, ist schon längst festgestellt worden (s. Brüll, das Samaritanische Targum zum Pentateuch, Frankfurt a. M. 1875 und Geiger. Urschrift, S. 234). Nach vielen Erklärern haben wir es bei dem Wort מעונה tatsächlich mit einem He locale zu tun (s. z. B. Raschi und Epstein, Thora temima); aber selbst wenn wir mit anderen Erklärern das He als fern. Nebenform betrachten, so wäre zu betonen, dass die Samaritaner in der Übersetzung auch mit diesem sehr willkürlich verfuhren. (Abgesehen hiervon ist der Sam. Targum in vieler Hinsicht sehr ungenau, s. Kohen, Sam. Studien, 1868; Petermann, Versuch einer hebr. Formenlehre nach sam. Aussprache, 1868; Kohn, zur Sprache, Lithurgie und Dogmatik der Samaritaner, 1871; Geiger, Urschrift, S. 233). Wie dem auch immer sei, so ist doch mit Bestimmtheit anzunehmen, dass unter dem mit der Bezeichnung ספר מעונה benannten Codex der Typ eines unter samaritanischem Einfluss geschriebenen Codex zu verstehen ist, in dem der samaritanische Schreiber wissentlich oder unwissentlich das Wort מעונה ohne He und ähnliche Fälschlichkeiten in den Text gesetzt hat. Als die Schriftgelehrten diese Fälschungen erkannten, haben sie *) Aus den Worten Geigers muss man folgern, dass diese Schreibung des He locale erst nach der von B. Nechemja aufgestellten ßegel tatsächlich vorgenommen wurde. Dem ist aber keineswegs so. ß. Nech. teilt uns hier nur die gram, ßegel von der Bedeutung dieses He mit. Unser Text nimmt es mit dem He locale nicht genau, wiU Geiger sagen. Mit der eben gegebenen Erwiderung wird auch dieses hinfällig. B. Nech. meint nur, wo ein solches He vorkommt, hat es den genannten Zweck. Damit soll aber nicht gesagt werden, dass es überall zu stehen hat (s. מהרש״א in חדושי אגדות zu Jebamoth 13 b). — Nach Geiger wäre auch der Ausdruck ניתן לו unpassend, es müsste dann besser heissen: נותנים לו♦ Es beruht ferner auf einer falschen Auffassung der Meinungsverschiedenheiten zwischen den Schulen Schammais und Hillels in Jebamoth 13 b, wenn Geiger behauptet, dass ״gerade die irrige Erklärung einer Stelle, welcher die Sam. durch die Nichtbeachtung dieser ßegel anheim gefallen sein sollen, auch der Schule Schammais zugetraut wird“. Die Schüler der Schule Schammais halten die von B. Nech. aufgestellte ßegel ebenso verpflichtend wie die Schule Hillels. Die Frage ist dort nur, ob das He zu der dort in Frage stehenden Auslegung benutzt werden kann oder nicht.

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