Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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47 der Vorhalle des Tempels: Das Buch Maos, das Buch Saatute, das Buch Hi. In dem einen fand man geschrieben maon ohne He finale, in den beiden anderen מעונה (Deut. 33. 27) und man erklärte zwei für zu Recht bestehend, und eines setzte man ausser Geltung; in einem fand man geschrieben saatute und in zweien נערי (Ex. 24.5), und man erklärte zwei für zu Recht bestehend, und eines setzte man ausser Geltung; in einem fand man 11 hi mit Waw und in zweien mit Jod und man setzte wiederum das alleinstehende ausser Geltung“. Dieselbe Stelle findet sich anynom im Talmud jer. Taanith 4. 2, ferner teilweise Sifre und Jalkut zu Deut. 33. 27. Wie ist nun dieser merkwürdige Ausspruch zu verstehen? Am vorherrschensten ist die Ansicht, dass hier eine Kollation von gewöhnliehen Kodices vorliege, bei der man den Standpunkt vertreten habe, dass das Recht auf der Seite der Mehrheit liege. Nun ist es aber merkwürdig, dass der Text der fehlerhaften Exemplare — denn solche müssen wir hiernach voraussetzen — sonst vollständig korrekt gewesen sind. Es ist bedenklich, dass bei einer solchen werden, das Wort saatute gleichzeitig die Erinnerung an ein anderes gesehichtl. Ereignis wachruft. König gibt einen anderen Grund für die Benennung des dritten Pentateuchexemplares an, indem er schreibt: ״Denn diese Benennung (das Buch mit hi) könnte noch vom Wortlaut in Seph. 6.4 herstammen, indem dieselbe nach der wenig häufig für ״sie ea“ auftretenden Wortgestalt bestimmt sein könnte und in dem gemäss dem vorhergehenden zweimaligen ״das Buch so und so“ auch im dritten Fall die Einzahl ״Buch mit hi“ gewählt worden wäre anstatt des zu erwartenden ״die Bücher mit hi“. Die fragliche Benen־ nung konnte ja von der in Taanith überlieferten Ausdrucksweise gar nicht herstammen, denn darnach hätten sie die Exemplare garnicht nach hu oder hi entschieden, und darnach hätte die Benennung des Dicht befolgten Exemplars lauten müssen ״das Buch mit Neun“. Der Text von Mas. Sof. ist nach König deswegen der ursprünglichere, weil in ihm die Bede davon ist, dass auch an den betr. 11 Stellen noch hu geschrieben war und eine in A. D. K. N.34.4 mas. Bemerkung so klingt, als wenn auch an diesen 11 Stellen der Gleichmässigkeit halber hierfür das prom. pers der 3. Sg. fern, im Pentateuch ge־ lesen werden sollte. Dort werden nämlich 11 Stellen aufgezählt, an denen hi mit Jod geschrieben sein muss. Für diese Lesart spricht ferner eine Bemerkung des K. Samuel Aschkenasy, dass man das Buch besser ספר אחר עשר genannt hätte; denn das integrierende Unterscheidungsmerkmal lag in der Differenz der Zahl, nicht in der Verschiedenheit der Wörter. Aua diesem Grunde fällt auch eine andere Lesart des ספרי weg (wie auch der Wilnaer Gaon in seinen Glossen zu Mas. Sof. korrigieren wollte): באחר כתוב עשר היא ובשנים כתיב אחד עשר היא.