Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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46 wirklich, dass die Masoretben, die er als Urheber der Q. K. ansplicht, so verblendet waren, dass sie Varianten im Text anmerkten, von denen sie überzeugt waren, dass sie unrichtig und sinnlos seien, nur deswegen, weil sie (sic) in irgend einem fehlerhaften Codex eine Variante gefunden haben? So viel kritisches Verständnis, wie Berthold es für sich in Anspruch nimmt, hätte er wohl auch bei den Masorethen voraussetzen dürfen. — 5.) Kimchi verallgeineinert seine Ansicht auf sämtliche Q. K., also auf Q. K., die nach dem Q. ein vollständig anderes Wort haben als in K., z. B. bei den euphemistischen Q.; bei diesen ist seine Ansicht vollständig unhaltbar. Die Hauptstütze für diese Theorie der Kollation von Hand- Schriften und der nachfolgenden Verbesserung seitens der Schriftgelehrten ist ein Bericht in Masecheth Soferim 6. 4, bei dem wir etwas länger verweilen müssen, da mit ihm die Theorie steht oder fällt.1 2) Dort heisst es: אמר רבי שמעון בן לקיש שלשה ספרים ספר מעון ספר זאטוטי וספר היא; באחד מצאו כתוב מעון ובשנים xנמצאו בעזרה כתוב מעונה וקיימו שנים ובטלו אחד, באחד מצאו כתוב וישלח את זאטוטי בני ישראל ובשנים מצאו כתוב וישלח את נערי בני ישראל וקיימו שנים ובטלו אחד; באחד כתוב אחד עשר הוא ובשנים אחד עשר היא וקיימו שנים ובטלו אחד. 2)״ß. Simon ben Lakisch sagt: Drei Thorarollen fanden sich in 1) Vergl. zu d. Stelle auch ״Raschi“ zu 1. Chr. 8.28 und m. Anm. bez. des Verfassers dieses Kommentars in § III dieser Arbeit. Ferner Midrasch Tanchuma (ed. Buber) zu Ex. 4.20 Anm. 74; Cusari 3.26; סייג לתורה S. 1 a; Frankl-Gran, die Varianten in den bibl. Parallelen S. 5ff.; Herzfeld, Gesch. der Juden II, S. 548; Wittmann, Kath. Prinzipien, S. 87. 2) im jer. Talmud ist eine Lesart: באחד מצאו כתיב תשע היא ובשנים כתוב י״א הוא Für die Lesart im Mas. Sof. entscheiden sich: R. Samuel Aschkenasy ia Jefe Mareh, R. Jakob Naumburg in Nachalath Jakob, R. Alexander ha- Koben im Scfer ha-Aguda, R. Ch. J. D. Usulai in Kisse Raehamim, R. Jehuda Muscato in Kol Jehuda zu Cusari 3.27; von den Neueren: Mendelsohn in der hebr. Vorrede zu seiner Peatateuchausg.; König, Einl. S. 30. Für die Lesart des Jer. Talmud spricht nach Müller (in seiner krit. Ausgabe von Mas. Sof.) die Bezeichnung ״Sefer hi“, nach der Lesart in Mas. Sof. hätte es heissen müssen: Sefer hu, weil ״die Rolle, welche allein eine Variante hatte, deren Namen trug.“ Diese Vermutung erledigt sich einfach durch die Benennung der ersten Rolle mit dem Stichwort מעון. Dass R. Isak ben Schescheth (ריב״ש) in seinen Responsen (Nr. 284) מעונה liesst, dürfte kein Beweis sein. Mir scheint gerade umgekehrt, dass man die Bücher nach der als richtig festgestellten Lesart genannt hat, nur das zweite Buch nicht, weil, wie wir später sehen