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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 43

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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3? dem er zu Tlemcen in Nordafrika Rabbiner gewesen und 1655 zusammen mit Manasse ben Israel nach London gegangen war, von dort 5426/1666 wegen einer drohenden Pest nach Hamburg ging. Nach seiner — von dem Vorstand der sephardischen Gemeinde nicht gern gesehenen1 *) — Ankunft in Hamburg teilte er diesem mit (am 4. Adar II 5426), ״dass es seine Absicht sei, sobald Purim vorüber ist, nach Italien zu reisen, um von dort, aus grösserer Nähe, eine Reise nach Jerusalem anzutreten. Es fehle ihm nur an pekuniären Mitteln zur Reise nach Italien, weshalb er den Vorstand um Beistand bitte. Man beschliesst, ihm 100 Risdaldres (Reichstaler) zu bewilligen, unter der Bedingung, dass er seine ganze Familie mitnimmt; falls er dagegen seine Familie hierlassen will, soll er aus der Gemeindekasse nichts erhalten.*42) Der gute Wille des Chacham wurde nicht ausgeführt: Jacob Sasportas blieb 1666—71 in Hamburg in dem von Isak Texeira errichteten Medras3) und verliess es dann wieder. Armen Juden, die den Rest ihrer Tage im Heiligen Lande beschliessen wollten, gewährte man eine kleine Unterstützung zur Reise; man muss ja auch zugleich daran erinnern, dass Auswanderern nach dem Heiligen Lande keine ״Abzugsgelder“ — eine Art Vermögenssteuer beim Verlassen einer Gemeinde — abgenommen wurden, was beweist, welche Ausnahmestellung Palästina immer bei den Juden einnahm. So gewährte man ״der Witwe des Ilazan in Altona, welche nach Jerusalem reisen will4״, eine Unter- Stützung (27. Adar II 5426/1666),4) ebenso am 14. Ab 5426 ״einem von Amsterdam aus empfohlenen deutschen Cbaham, der nach Italien reist, sich von dort nach dem Heiligen Lande begeben will und an der deutschen Grenze beraubt worden istu, sowie seinem Begleiter eine Reiseunterstützung.5) Es scheint, dass man diese Unterstützung nur direkt in Hambürg weilenden Juden gab; sonst wäre es kaum erklärlich, dass }) Ergibt sich aus den in S. 36 Anm. 4 zitierten Stellen. *) C VI, 9. s) s. S. 36 A. 4; 1698 verstarb er in Amsterdam als Rabbiner der dortigen sephardischen Gemeinde. (Übrigens gibt die JE XI, 65 an, dass er — gegen Grunwald — bis 1673 in Hamburg amtiert habe.) 4) C VI, S. 15. ף C VI, s. 26.

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