Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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30 stark verschuldet, und durch die auflaufenden hohen Zinsen1) gestalte sich die Lage immer trauriger. Mit Kücksicht hierauf wurde beschlossen, in Venedig den Betrag von Mk. 150 anzuweisen; hierzu 8011 der diesjährige Ertrag des Siclo (Schekel) im Betrage von Mk. 126.— verwendet werden, während das übrige aus der Gemeindekasse ergänzt wird“.2) Nathan ibn Guta3) gehörte zu jenen Sendboten, die hinausgeschickt wurden, um die ungeheuer angewachsene Schuldenlast der palästinensischen und besonders der jerusalemisehen Judenheit erleichtern zu helfen; diese Gesandten gingen nach den drei Ländern der europäischen Judenheit, in denen Juden in einer relativen Sicherheit und mit einem gewissen Wohlstand lebten: nach Italien, Deutschland und Holland.4 *) Die Schilderungen der in Jerusalem herrschenden Not — wie sie durch den in Venedig 1627 gedruckten Brief, betitelt חרבות 5ירושלים) verbreitet wurden — waren von den bedeutendsten Rabbinen Palästinas und Italiens beglaubigt, und auch der Verfasser des bekannten שני לוחות חברית, Jesaia Horwitz ha-levi, hatte brieflieh die Gemeinden Deutschlands aufgefordert, sich an diesem Hilfswerk für Erez Israel zu beteiligen;4) kein Wunder, wenn auch die Wohltätigkeit der Hamburger wohlhabenden Sephardim-Gemeinde über den offiziellen Beitrag der Gemeindekasse hinaus zu der Aufbringung von Geldern hinzugezogen wurde. Dies geschah auf dem Wege einer Haussammlung bei den Privaten durch den Jerusalemer Sendboten und Eabbiner, der hierbei von seinem Hamburger Amtsgenossen, dem dortigen Rabbiner Moses Israel6) und von Abraham Benveniste, dem Vorsteher der Talmud Thora,7) begleitet 4) Über die hohen Zinsen, die die Juden zahlen mussten, s. die interessante Stelle bei Frumkin-Riwlin a. a. 0. S. 21 ״Aber wir, die wir erfahren sind und wissen, dass der Zins der Unbesehnittenen pro Jahr 50°j0 beträgt, wissen es auch als Gnade zu schätzen, wenn uns die Juden ihre Gelder für 20% Zinsen zur Verfügung stellen.“ *) C III, S. 286. a) Über ihn s. b. Frumkin-Riwlin a. a. 0. S. 31, Nr. 9. 4) Frumkin-Riwlin, S. 19, Nr. 14. #) 5688 von El. Riwlin (in Jerusalem) neu ediert. •) Grunwald a. a. 0. S. 111 Nr. 859; gest. 23. Ijar 5433/1673. 7) gest. 13. Schwat 5455/1695; Grunwald a. a. 0. S. 99, Nr. 241.