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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 445

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 445)
Language
German
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IRI
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372 kurz von ihm behandelt), so hätte sich der Talmud doch bei der schwierigen ioneren Gestaltung der i., die deshalb auch eine grosse Zahl von Eesponsen der späteren Zeit erforderte, bei einem häufigeren Vorkommen der i. zu grösserer Ausführlichkeit veranlasst gesehen, behandelt er doch wesentlich einfachere EechtsVerhältnisse, wie Miete und Kauf, bedeutend eingehender. Bezeichnend ist auch, dass unter den babylonischen Amoräern Streit über die Zuständigkeit des Eigentums am i.-Gut herrschte.179 Wäre nämlich die i. verbreitet gewesen, so wäre eine derartige Meinungsverschiedenheit schwer erklärlich, da sich die Entscheidung aus dem Brauche des Verkehrs hätte herleiten lassen, ״gehe hinaus und sieh, was das Volk draussen treibt“. Hierzu passt gut die auffallende Erscheinung, dass die gaonäische Responsenliteratur zwar wiederholt i.־Geschäfte behandelt, die Zahl der Urkunden für sie jedoch im Verhältnis zu den aus den anderen Vertragstypen überlieferten Verträgen eine auffallend kleine ist. Aus allem dem ist der Schluss zu ziehen, dass die Handelstätigkeit der Juden während jener Zeitepoche, also etwa bis zum Jahre 1000, eine durchaus beschränkte war. Auch die Geschichts- Wissenschaft180 setzt den Anfang des Aufblühens des Handels bei den Juden in die Zeit des beginnenden Mittelalters als Reaktion gegen ihren systematischen Ausschluss von Landwirtschaft und Gewerbe. Der Talmud selbt schätzte seinerseits den Handel recht gering ein. Wie schon Franz Delitzsch feststellte,181 ״findet sich in den 63 Werken, aus denen der Talmud besteht, neben ehrenvoller Anerkennung der Handarbeit und des Handwerks, kaum ein Wort zu Ehren des Handels, wohl aber manches, welches auf die Gefahren der Geldmacherei und des vagierenden Lebens hin weist.“182/183 179 Siehe oben § 2 za Anm. 116. 180 So aas der grossen Literatur hierüber: 0. Stobbe, Die Geschichte der Jaden in Deutschland (Braunschweig 1866) S. 104ff.; Goldschmidt 1. c. S. 107; Meyer, E., Ursprung und Anfang des Christentums (Halle 1906) II S. 353 f.; L. Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms in der Zeit von Aagustas bis zum Ausgang der Antonine 9| 10. Aufl. (Leipzig 1919/21) 1« S. 570ff.; Caro L c. I S. 10; Hoffmann 1. c. S. 81 ff. 181 Handwerkerleben zur Zeit Jesu (Erlangen 1868) S. 25 u. 36. 189 Derselbe: ״Solange sie einen eigenen Staat bildeten, waren sie immer

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