Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 411)
- Language
- German
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338 ihnen geprägten Definition verwendet, muss es diese Bedeutung spätestens um das Jahr 350 angenommen haben6. Der Ursprung des Wortes 7 ist: ״ ,עסקbeschwerlich sein, sich beschwerlich erweisen“8; hiervon abgeleitet im ßabbinisch-Hebräisehen 9עסק, im Aramäischen יעסלןא so dass also ursprünglich iska ebenso wenig wie schutafut (s.) eine juristische Terminologie war. Die Bedeutung dieser Ausdrücke ist stets eine nur übertragene, entweder Beschäftigung. Angelegenheit10 oder Habe, Gut, Gegenstand (wohl deshalb, weil es das Objekt der Beschäftigung ist)* 11 oder schliesslich Geschäft12/13 und von dieser letzten Entwicklung stammt das Wort עסקא (bei dem Hebr. עסק finden wir sie nicht) in dem spezifischen, technischen Sinne, den wir in unserer Abhandlung mit dem Worte verbinden; der Allgemeinbegriff ״Geschäft“ wird auf diese Bedeutung eingeschränkt14. Fest umschrieben und genau abgegrenzt freilich sind die Be־ griffe s. und i. nicht immer. Oft wird der Gerant der i. als schutaf und die i. entweder als s. schlechthin15 oder als s. i. bezeichnet16/17. Betont aber muss werden, dass dem Talmud eine solche Ausdrucksweise völlig fremd war und fremd sein musste und sie sich in ihm nur in der Bedeutung der typischen Gesellschaft findet. Trotzdem findet sich noch weiterhin im Talmud die umfassende Bedeatung als Geschäft schlechthin, so z. B. BM. 31b. Welche besondere Bedeutang es hat, muss sich aus dem Zusammenhänge ergeben. 7 Vgl. zum Ganzen Levy, Targumim-Lexikon II S. 231 s. v. לעסקא ders., Talmud-Lexikon Teü III, S. 674 b. Gesenius, Bibel-Lexikon 15. Aufl. S. 624 s. v. עשק. Dem entspricht im Biblisch-Hebräischen עשק# Gen. 26, 20. 10 Z. B. Targum Jonatan zu 2. Kn. IV, 13; Ket. 66 b. 11 Z. B. Targ. Jeruschalmi zu Exod. 22,7. w Z. B. Mischna Negaim XII, 5. 14 Fernere Bedeutungen: Inbetreff; Streit, welch letzteres sich in anderer Bichtang vom Urstamm entwickelt hat. 14 Interessant ist, dass auch סרגמטיא# das ebenfalls von Haus aus nur Geschäft schlechthin bedeutet, in gleichem Sinne gebraucht wird. “ SZ. IV, 8, 3 (S. 93 b). 14 Z. B. GH. Nr. 454 (S. 238, 322); Resp. des R. Ascher LXXXIX. 17 Auch die mittelalterliche commenda wird in den Urkunden häufig mit societas bezeichnet, siehe hierzu Silberschmidt, Die Commenda in ihrer frohesten Entwicklung (Würzburg 1884) S. 92.