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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 395

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 395)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486301--8009-3494387
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322 hoschua Schmelkes, von ihm zweigt der Stamm der Schmelkes ah, z. B. der Gaon muhrr Schmelke ans Ostra und der Gaon muhrr Schmelke sgl Horwitz, der A. B. D. der heiligen Gemeinde Trani war, der Sohn des grossen Rabbiners muhrr Jehoschua hearuch sgl. Inzwischen brachen vier״ böse Strafgerichte über Prag ein, and der Mann wurde 80 davon hergenommen, dass ihm nichts blieb ausser dem nackten Leben. Der Mann war schon alt, hochbetagt, and konnte nicht mehr wie früher ein- und ausgehen, er schrieb darum seinem Schwiegersohn, dass es ihm unmöglich sei seiner Verpflichtung nachzukommen, er wolle ihm aber Gott behüte nicht eine Verehelichungי unmöglich machen, darum stelle er ihm frei, nach seinem Gutdünken eine andere Ehe einzugehen. Doch der Schwiegersohn antwortete ihm, er wolle seinem Versprechen treu bleiben, jedoch möge er, wenn er befürchte, die Toohter könnte sonst unverehelicht bleiben, sie anderweitig verheiraten, dann werde er wissen, was zu tun, er hoffe auf die Hilfe Gottes. Die Braut richtete sich nun selbt ein Geschäft ein, um durch Verkauf von Brot und anderem Gebäck die greisen Eltern zu ernähren. Es war damals eine Zeit des Krieges; da kam einmal ein Reiter auf seinem Rosse mit dem Speere in der Hand, spiesste einen Laib Brot auf upd wollte davonreiten, die Jungfrau fasste die Zügel des Pferdes und weinte und flehte ihn an, sie sei arm und müsse mit ihrem kleinen Geschäfte ihre greisen Eltern ernähren, er möge ihr darum doch das Brot nicht rauben. Der Reiter antwortete: ״Sieh, mich hat der Hunger erfasst, drei Tage habe ich schon kein Brot verschmeckt, 8011 ich denn Hungers sterben. Auf meinem Rosse habe ich eia Pastaw (?) Tuch, ich will es dir als Pfand für den Laib Brot geben; bringe ich dir nicht binnen 24 Stunden die zwei Groschen dafür, so nimm das Tuch als Ersatz“. So geschah es. Nach längerer Zeit öffnete sie das Tuch und fand zwischen allen Säumen goldene Dukaten. Da schrieb er und schickte zum Schwiegersohne, er solle zur Hochzeit kommen, denn er sei durch ein Wunder reich geworden. Damals war die Braut 28 Jahre, der Bräutigam 32 Jahre alt, sie hiess Perei, eine Perle, an der kein Fehl war. Der Gaon Mhrl führte seine Herrschaft über die ganze Provinz Mähren, über Posen und hier in Prag über 50 Jahre. Während seines Lebens waren Wissen und Reichtum an einer Stelle vereint, denn er war sehr reich, stand dem Hofe sehr nahe, dem

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