Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 390)
- Language
- German
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Bl 7 ״Agada werbende Kraft zusehreibt, sie herzgewinnend nennt. Das ,,schwere Geschütz seiner talmudisehen Gelehrsamkeit führt Rabenu ״Jehuda Liwia nur ins Treffen, bei den Vorträgen, die er für seine ״Schüler hielt, oder wenn es sich darum handelt, für die seinen Rat ״einholenden Gelehrten halachische Gutachten ahzufassen. ״Auch sonst lernen wir Rabenu Jehuda Liwia als Mann der ״Tat kennen. Unerschrocken tritt er überall für seine Überzeugung ״ein, wettert ebenso scharf gegen die Auswüchse der pilpulistisehen ״Schule wie gegen den Radikalismus Aben Esras und den durch ״Asarja de Rossi vertretenen Humanismus. Ganz besonders widmet ״er der Jugenderziehung seine Aufmerksamkeit und ist unablässig ״bemüht, das Studium der Thora rationell zu gestalten. In diesem ״Bestreben gründet er in seinem Lehrhause, der Klaus (der noch ״heute bestehenden, von ihm gegründeten Synagoge), Mischnajoth- ״chewroth, d. h. Vereinigungen zum gemeinsamen Studium der ״Mis'chna; denn ohne Kenntnis der Mischna scheint ihm ein richtiges ״Verständnis für den Talmud unmöglich. Die Institutionen der Prager ״Gemeinde baut er aus und reorganisiert sie, er entwirft die Tekanot- ״Statuten der heute noch mustergültigen Prager Chewra-Kadischa. ״Auch dem Gottesdienste wendet er sein Augenmerk zu, so fügt er ״der Liturgie für den 9. Ab die schöne Kina ״Jeruscholajim kodeseh ״hilulim“ ein. Den Juden der ganzen Welt ist er ein werktätiger ״Berater, ihm danken es wohl die fremden Gemeinden, zumindest ״aber Posen, wenn Mardochai Meisel sie reichlich beschenkt. ״In seiner segensreichen Wirksamkeit kommt ihm seine all- ״seitige, umfassende Bildung zustatten. Wenn die Grabschrift von ״ihm rühmt, dass er sich mit allen Wissenszweigen befasst hat, ist ״dies wohl nicht zu viel gesagt; der Jude, den Tycho de Brahe ״seines Umganges gewürdigt, den Kaiser Rudolf II: zur Audienz ״befohlen hat, muss wohl ein Mann von Bildung und Wissen sein. ״Damit stimmt auch überein, dass Bartolomäus Scultetus unseren ״Rabenu Jehuda Liwia den ״fürtrefflichsten und gelehrtesten Juden ״im römischen Reich“ nennt. ״So bietet uns der Lebensgang unseres hohen Rabbi Low ״wiederum die Bestätigung des Wahrwortes: ״Wer Ehre und Ruhm ״flieht, den erreichen sie.“ Unzählige, die sich bemüht haben, ihre ״Gelehrsamkeit in dicken Folianten schillern zu lassen und so für ״ihren Nachruhm zu sorgen, sind vergessen,ihre Kamen kennt bloss