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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 351)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486301--7965-3494343
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Über die genaue Zeit der Entstehung unseres, jedenfalls wertvollen, Codex sind feste Anhaltspunkte nicht gegeben. Als er i. J. 1778 in das Eigentum der Landesbibliothek überging, wurde bei seiner Katalogisierung u. A. bemerkt, dass Seite la, die ja wie oben bemerkt textfrei ist, die (offenbar hebräisch gehaltene) Notiz ״Moses filius Sauli 372“ gestanden habe. Diese Notiz wurde in dem bis heute dazwischenliegenden Zeitraum völlig abgerieben. Es findet sich augenblicklich keine Spur mehr von ihr. Das genannte in der üblichen Abkürzung gegebene Schöpfungsjahr entspräche dem Jahre 1612 der üblichen Zeitrechnung. Hingegen haben sich einige Familieneintragungen ein und desselben Mannes auf Blatt 25 Ib erhalten, von denen einige noch lesbar, wenn auch jetzt stark verwischt sind. Der Schreiber bemerkt dort (hebräisch): Mein erstgeborener Sohn Baruch Jechiel1) wurde geboren im Kislew 235 (= 1474); meine Tochter Rechlein im Kislew 236 (= 1475); mein Sohn Gumblein 237 (1476 oder 77); meine Tochter.. . (nach Katalog: Minkele i. J. 240 1479 oder 80); mein Sohn Moses am Sonntag 8. Nissan 242 (243?) 1482; meine Mutter ist (gestorben am 23. Ijar 242 1482) beerdigt in Gunzenhausen. Am Bande stand offenbar noch ein, jetzt völlig verwischter, Name eines Kindes. Der Katalog bemerkt anschliessend an diese Zeitdaten beziiglich des Alters unseres Codex: ״Dass er ... schon einer früheren ״Zeit als dem XIV. Jh. angehöre, ״beweisen die Namen einer ״Judenfamilie, welche sich, jedoch von schlechter Hand, hier und da finden.“ Offenbar fasste der Katalogschreiber die Jahreszahlen 235, 236 u. s. w. als Abkürzungen der Jahre 1235, 1236 u. s. w. auf. Jedenfalls machen einige von uns oben gegebene Charakteristiken die Ansetzung auf eine frühe Zeit, etwa 12—1300 naheliegend. .Zur genaueren Fixierung des Zeitpunktes könnte vielleicht die Stilisierung des von uns im Bild wiedergegebenen heraldischen Bildes beitragen. Die ziemlich einfache, und primitive Gestaltung der heraldischen Tiere (Adler und zwei Löwen) könnten Fachkundigeren möglicherweise ein gesicherteres Urteil gewähren. *) ״Jechiel“ liest der Katalog. Ich möchte ברוך בר יוסף lesen, womit der Name des Schreibers (= Josef) gegeben wäre, wenn die Mitbezeichnung des Vaternamens in einer Aufzeichnung des Vaters selbst nicht aussergewöhnlieh und seltsam erschiene.

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