Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 338)
- Language
- German
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265 Recht. Die Zeiten besserten sich in der Kapkolonie. Ein Appell erging an alle Juden in Südafrika um Geldunterstützung mit dem Erfolg, dass über £ 1000 der Synagogenschuld abgezahlt werden konnten. Ausserdem erhielt die Gemeinde Zugang neuer Mitglieder, und hierdurch wurde ihre finanzielle Lage auf eine gesündere Basis gestellt. Von nun an bewegte sich ihre Entwicklung in aufsteigender Richtung. Ein deutliches Zeichen für das neue Aufblühen war die Renovierung der Synagoge im Jahre 1874. Die dankbare Gemeinde verlieh der Wertschätzung gegenüber dem Wirken ihres Seelsorgers auch Ausdruck, als er im Jahre 1872 seine Silberhochzeit feierte. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm eine Glückwunschadresse überreicht nebst einem Check in Höhe von £ 245, eine für damalige Zeiten sehr bedeutende Summe. Auch von nichtjüdischer Seite wurde seines philantrapisehen Wirkens bei dieser Gelegenheit gedacht. £ 50 sowie einen Anerkennungsbrief erhielt er vom General-Staatsanwalt W. Porter1). Trotzdem R. durch seine Gemeinde und sein grosses soziales Wirken auch ausserhalb derselben genügend in An- Spruch genommen war. verlor er die Angelegenheiten des Gesamtjudentums nicht aus dem Auge. Als zur Zeit des Krieges zwischen Spanien und Marokko die Not der marokkanischen Juden ins Ungeheure stieg, erhob er seine Stimme zu ihren Gunsten. י) Diese Anerkennung von christlicher Seite erfolgte nicht ohne Grand. Bei vielen Anlässen hat sich R. hervorgetan. Mir ist folgendes bekannt geworden: Anlässlich des deutsch-französischen Krieges 1870/71 gründete er in Gemeinschaft mit der Französin Marionne ein Hilfskomitee für die Witwen and Waisen der Kriegsgefallenen in Deutschland und Frankreich. Madame Tbieres, die Frau des französischen Präsidenten, sandte ihm ein eigenhändiges Dankschreiben für seine Dienste. (Hoffman S. 163, Cape Times 2. Joli 1902). Er nahm prominenten Anteil an den Geldsammlungen für die dnreh das grosse Feuer iu Stellenbosch im Jahre 1875 Betroffenen, an den Bestrebungen zar Linderung der Not infolge des Kaffem- und Eingeborenenkrieges, an den Hilfeleistungen für die nach der Einnahme Transvaals durch die Engländer von dort geflüchteten Buren und an den Sammlungen für die Hinterbliebenen der im Burenkriege gefallenen englischen Soldaten. R. war der erste, der während seines Aufenthaltes in Johannesburg für die Errichtung eines Hospitals ptaidierte und auch beim Sammeln der Gelder für diesen Zweek mitbalf (Cape Times a. a. 0.).