Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 339)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486301--7953-3494331- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
m Warden die rumänischen Juden verfolgt oder litt der verarmte Jiscbuw in Palästina Hunger, R. war auf dem Plan. Anlässlich der Judenpogrome in Russland im Jahre 1881 berief er eine öffentliehe Versammlung ein; eine Resolution gegen die Unterdrücker wurde abgefasst und eine Subskriptionsliste eröffnet. Bemerkenswert ist, dass sich in diese Liste beinahe alle Parlamentsmitglieder beider Häuser in Kapstadt eintrugen1). £ 400 waren schnell beisammen. R. appellierte auch an Mauritius und Rio de Janeiro; von letzterem Orte bekam er für diesen Zweck £ 500. Insgesamt wurden £ 4500 von ihm in dieser Zeit gesammelt und nach Russland geschickt2). Nach dreiundzwanzigjäbriger Dienstzeit scheint Rabbinowitz plötzlich Kapstadts überdrüssig geworden zu sein und kündigte seine Stellung, mit der Absicht nach England zurückzukehren. Bei seiner Abreise von hier war er Gegenstand zahlloser Achtlingsbezeugungen von allen Seiten. Die Gemeinde beehrte ihn mit einem silbernen Tee- und Kaffee-Service, einem silbernen Tablett und einer goldenen Börse3). In kurzem sei hier noch der weiteren Wirksamkeit R.’s nach seinem Scheiden vom jüdischen Gemeinde dien st in Kapstadt gedacht. Nach seiner Ankunft in England wurde er zum Mitglied des Präsidiums der Anglo Jewish Association ernannt und war auch im Komitee der jüdischen Taubstummenanstalt in London tätig. Nach vierjährigem Aufenthalt in England musste er auf ärztliches Anraten wieder nach Kapstadt zurückkehren und, da er, infolge der Minderbewertung von Grund und Boden, von seinen Häusern nicht mehr genügend zum Leben auf bringen konnte, entschloss er sich, für die gerade beginnende Goldindustrie am Witwatersrand (Johannesburg) Scheidemeister zu werden. Nur zwei Jahre konnte er diesen Beruf ausüben, da er aus Gesundheitsrücksichten wieder 0 Dieses wird wohl auch zum guten Teile dem persönlichen Einflüsse R.’s zuzasebreiben sein, da wir wissen, dass er bei vielen hohen Persönlichkeiten, wie den Gouverneuren und anderen, persona grata war (Mendelssohn S. 198, Hertz S. 12). *) Hoffinan S. 163. 8) Samuel Rudolf (s. o.) fasste ein Anerkennungsschreiben für R. ab, das er ihm eigenhändig zu präsentieren gedachte, woran er jedoch verhindert wurde, da er — tragischerweise — plötzlich starb (Cape Times a. a. 0.).