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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 337)
Language
German
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IRI
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§64 englische Ansprache, und am Schlüsse wurden ca. £ für Synägogenzwecke gesammelt. Die ״Schul“ war im schönsten Teile der Stadt, den ״Gardens“, gelegen und hätte, wie sich eine zeitgenössische Quelle ausdrückt, eine Zierde der Umgebung sein können, wenn nicht ihre Front durch alte verfaulte Bäume und eine schmutzige Mauer entstellt wäre 1). Nicht lange durfte sich die Gemeinde einer Prosperitäts-Periode erfreuen2). Bald kamen böse Zeiten. Die Kapkolonie ging Wirtschaft־ lieh nieder, weshalb viele wohlhabende Mitglieder, sehr zum Nachteil der Gemeinde, Kapstadt verliessen. Ausserdem stellte es sich heraus, dass die Synagoge so schlecht gebaut war, dass schon wenige Monate nach der Einweihung bedeutende Summen für Reparaturen gespendet werden mussten. Mehrere Jahre kämpfte die Gemeinde um ihre Existenz. Dies hinderte Rabbinowitz nicht, an vielerlei philantropischen Angelegenheiten teilzunehmen. Am 17. Mai 1865 tobte ein furchtbarer Orkan in Tafelbai, wodurch 60 Personen ihr Leben verloren. Sofort erhob R. seine Stimme, und die Gemeinde, obwohl ihre eigene Lage nicht zu rosig war, tat ihre Pflicht. Im Jahre 1871 erhielt R. eine ehrenvolle Berufung an die neugegründete Gemeinde in Port Elizabeth von deren Führer Samuel Rudolf (vgl. oben). Charakterstärke und Uneigennützigkeit R’s zeigen sich hier in einem glänzenden Lichte. Er wies die Berufung zurück, obwohl es zu dieser Zeit mit der Kapstädter jüdischen Gemeinde immer mehr bergab ging, und er in der neuen Gemeinde ein viel besseres Tätigkeitsfeld gehabt hätte. Als Führer wollte er das sinkende Schiff nicht verlassen und glaubte in unerschütterlichem Optimismus an eiue bessere Zukunft für die Juden in Kapstadt. Und er behielt ו) Hoffman a. a. ö. u. ff. das. uie unrichtige Behauptung, dass R. bei Aldeman und Dukes als Aufseher über deren Bibliothek tätig war; in Wirk־ lichkeit kopierte er hebräische Manuskripte in der Bodlejana. Das. S. 163 die Bemerkung, dass er an die Dukes Place Synagoge in London berufen wurde. Hertz S. 12, Mendelssohn S. 197/98f., Cape Times 2. Juli 1902, 3. Juni 1904, South Afr. Jew. Chron. a. a. 0. S. 35 ff., Jew. Encycl. XI a. a. 0., wo als R.’s Geburtsjahr 1829 genannt wird. Cape Argus 15. Sept. 1863, woselbst eine genaue Beschreibung des Aeusseren und Inneren der Synagoge. 2) Zum folgenden s. Cape Times 2. Juli 1902.

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