Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 336)
- Language
- German
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Er stand 23 Jahre an der Spitze der jüdischen Gemeinde. Sein Name ist anlöslich mit der Geschichte der Gemeinde and ihrem Emporblühen verknüpft1), ßabbinowitz war im Jahre 1828 in Lnblin geboren und verlor seine Eltern als fünfjähriges Kind. Seit frühester Jugend war er eifrig um das ״Lernen44 bemüht. Mit 20 Jahren trat er in den Ehestand und kam vier Jahre später nach England. Durch Vermittlung der jüdischen Philanthropen Aldeman und Dukes erhielt er eine Stellung bei der Bodlejana in Oxford für mehrere Monate. Hier begann er die englische Sprache zu studieren und war nach vierjährigem Studium soweit fortgeschritten, dass ihn Birmingham als zweiten Beamten berief. Nach Aufgabe dieser Stelle bewarb er sich — allerdings ohne Erfolg — um den Posten des zweiten Rabbiners an der Dukes Place Synagoge in London. Als er im Jahre 1859 nach Kapstadt kam, umfasste die Gemeinde 15 Familien. Man konnte es einen guten Besuch nennen, wenn am Sabbat 30 Personen dem Gottesdienste beiwohnten. Bei Rabbinowitzs Amtsantritt fanden die gottesdienstlichen Zusammenkünfte immer noch im grössten Raume des Eckhauses St. Johnstr. Ecke Bouquetstr. statt, das von Pulver 1849 zur ersten Synagoge Südafrikas eingerichtet worden war (s. oben). Der Rest des Hauses wurde zur Amtswohnung bestimmt. Inzwischen wuchs die Gemeinde weiter an Mitgliederzahl und Reichtum, sodass Schritte zur Erbauung einer neuen Synagoge eingeleitet wurden; an diesen Bemühungen nahm R. hervorragenden Anteil. Und so konnte im Jahre 1861, schon zwei Jahre nach seinem Amtsantritt, ein neuer Platz für den Synagogenbau erworben werden. Auf diesem Platze befanden sich ein Wohnhaus, Ställe und grosser Garten. Die Kaufsumme betrug £ 1800. Im Jahre 1863 wurde das begonnene Werk gekrönt und die neue Synagoge mit einem Kostenauf wand von £ 2200 errichtet. Das Geld hierzu hatte man geliehen. Am Sonntag den 13. September, (29. Elul), fand die Einweihungsfeierlichkeit statt. Das Gotteshaus war bei dieser Gelegenheit überfüllt. Ein schönes Zeichen konfessionellen Friedens war die Tatsache, dass Mitglieder beinahe jeder religiösen Gemeinschaft hierbei anwesend waren. Nach den üblichen Gebeten für die königliche Familie hielt Rabbinowitz eine *) Hoffman S. 102.