Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 328)
- Language
- German
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255 Der erste zweifelsfreie Kapstädter Jude, den wir im 19. Jabrhundert antreffen, ist ein gewisser Joseph Suasso de Lima ״ein sehr eurioser und excentriseher, aber zugleich gelehrter und gewandter Mann“. Er wurde am 27. Juni 1791 in Amsterdam als Sohn Abraham Suasso de Limas und seiner Frau Rachel, Tochter des Joseph Prado, geboren und ist in den Geburtsregistern der dortigen portugiesisch-israelitischen Gemeinde eingetragen. Erschlug die Rechtslaufbahn ein, praktizierte eine zeitlang in Holland, wurde jedoch bald des dortigen Lebens müde und trat in die Dienste der Ost Indien Kompanie über. Nach Batavia gesandt, blieb er dort nicht lange, da er mit Dokumenten, die seiner Obhut anvertraut waren, schlecht umging. Nach seiner Rückkehr nach Holland kam er nach Kapstadt und ersuchte den Gouverneur um Zulassung als Übersetzer. Seinem Gesuche wurde stattgegeben, und so erschien im August 1818 im ״De Kaapstadsche Courant en Afrikaanische Berigter“ eine Annonce, wonach de Lima sich als Dolmetscher für Hebräisch, Griechisch, Latein, Arabisch, Malaiisch, Chinesisch ״und andere östliche Sprachen64, für Französisch, Spanisch, Hoch- und Niederdeutsch empfiehlt. Diese Sprachgewandtheit scheint ihm nicht viel eingebracht zu haben, da er bald darauf (1822) als Lehrer an einer Schule für Sklavenkinder erscheint. Spätestens im Jahre 1818 hat er seinen Übertritt zum Christentum vollzogen, da er in diesem Jahre in den Büchern der ״De Goede Hoop64־ Freimaurer Loge als Mitglied der holländisch reformierten Kirche eingetragen ist. Im Kap Almanach für 1819 wird er als Geschworener erwähnt. Er eröffnete den ersten holländischen Buchladen in der Kirchstrasse iu Kapstadt und hat der Nachwelt hervorragende Dienste geleistet, indem er die alten Bücher und Flugschriften, die auf Südafrika Bezug nehmen, sammelte und so vor dem Untergange bewahrte. Ausserdem war er aber auch literarisch in beachtenswertem Umfange tätig. Mit dem Franzosen Charles Etienne Boniface lag er in einem beständigen literarischen Streite. Beide beschimpften einander jahrelang. Alle Publikationen de Limas — und eine nicht geringe Anzahl von ihnen ist vorhanden — sind in Holländischer Sprache abgefasst. Er war ein eifriger Verfechter des damals, zu Beginn der englischen Herrschaft im Kap, missachteten Holländischen. Seine erste Veröffentlichung ist eine Art Katechismus der Geschichte des Kaps. Um 1820 er-