Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 329

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 329)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486301--7943-3494321
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

256 schien in Kapstadt die wöchentliche Zeitung ״De Verzamelaar“ (der Sammler), deren Herausgeber de Lima war. Aber sein Haupttalent liegt im Verse; er war einer der ersten Poeten in Südafrika. Mit jüdischen Dingen hat sich de Lima Zeit seines Lebens, soweit sich feststellen lässt, nie befasst; wir finden nur, dass er in seiner Zeitung Rosch Hasehonoh-Grüsse und Wünsche an die Juden Kapstadts veröffentlichte. Er starb im December 1858 und ist auf dem alten Friedhof der holländ. reform. Kirche in Kapstadt in der Gruft der Teron Familie begraben. Der Tod seines einzigen Sohnes war das, was er nicht überleben konnte. ״Bald nachher war er ganz vergessen“1). Im Jahre 1825 finden wir einen Buchhalter beim Gefängnis in Kapstadt mit dem Namen Isaac da Costa, was jedoch nach Mendelssohn (S. 188) noch kein sicheres Zeichen für einen Juden ist, da sich dieser Name in Holland findet, lange bevor die Juden ihn annahmen. Erst im dritten und vierten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begannen Juden in grösserer Zahl sich in Kapstadt niederzulassen. Die ersten Emigranten kamen aus England und Deutschland, manche auch aus Holland2). Das Jahr 1831 brachte die Ankunft Saul Solomons, des ausgezeichneten Kap Politikers, den man den Kapländischen d’Israeli ף Das. S. 187, University of Cape Town Quarterly, Vol. 6 Nr. 1/2 S. 19f., Kapstadt 1923. Cape Argus a. a. 0. Die Mitteilung über de Limas Eltern und den Geburtsvermerk verdanke ich Herrn Sigmund Seeliginann-Amsterdam (dessen Brief d. d. 13. Juli 1927); Herr S. hält es für wenig wahrscheinlich, dass de Lima Jurist war, da er in keinem der Alba der holländischen Universitäten als eingeschriebener Student vorkommt; ״vielleicht war er ״Zaakwaamemer“ d. h. Schlichter von Taschenstreitigkeiten, was auch heute noch einen ungünstigen Beigeschmack hat.“ (das.). Es wird erzählt, dass de Lima Immer in Geldverlegenheit war, insbesondere seine Hausrente nicht bezahlte. Von grossem Werte sind heutzutage die zahlreichen von ihm herausgegebenen Almanachs. In einem Buche ״de Taal der Kapenaren Verdedigd“ (die Sprache der Kapländer verteidigt) führt er einen literarischen Streit mit dem Verfasser einer holländischen Grammatik. *) Mendelssohn S. 190, Official Year Book of the Union of South Africa 1924 S. 373; Hoffman יספר הזכרונית Kapstadt 1916 S. 159 behauptet von den ersten Emigranten, dass sie den niederen Bevölkerungskreisen an geh orten und mit der Zeit durch Handel sich emporarbeiteten. Herr Herrmann hält diese allgemein gehaltene Behauptung für unwahr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.