Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 327)
- Language
- German
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254 hat in diesem Zeiträume nicht bestanden. Einzelne Juden mögen als Beamte der Holländischen Ost Indien Kompanie, die damals Kapstadt beherrschte, hier ihren Wohnsitz aufgeschlagen haben. Da aber in damaliger Zeit — im Gegensatz zu Holland — nur die Ausübung der Staatsreligion öffentlich erlaubt war, konnten sie sich zum Judentum nicht offen bekennen. Deshalb ist die Identifizierung mit grossen Schwierigkeiten verbunden1). 1771 ist in der offiziellen Einwohnerliste von Kapstadt nicht ein einziger Name vorhanden, der jüdischen Ursprung auch nur vermuten Hesse. Am Ende des 18. Jahrhunderts werden uns drei Namen von Beamten benannt, die möglicherweise jüdisch waren: Goodmacher (Gutmacher), Bresloer (Breslauer) und Dr. Heinrich Lichtenstein. In dem 1811 publizierten Kapstädter Almanach finden wir nur einen einzigen Namen, der möglicherweise auf einen Juden hindeutet, und dessen Gewerbe hiermit auch in Einklang zu bringen ist. Dies ist ein gewisser Michael Levie, der einen Laden auf dem Boereplein innehatte. Alle anderen Namen — trotz alttestamentarischer Vornamen — bezeichnen entweder Kap Malaien oder Holländer, umsomehr, wenn man ihre Gewerbe wie Schmiede, Gerber etc. in Berücksichtigung zieht2). r Religionsfreiheit im Kaplande wurde endgültig erst im Jahre 1820 eingeführt. Vielleicht eine Folge davon ist, dass ״die Bücher״ in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in steigendem Maße Namen wie Sloman, Solomon, Cohen, Levick, Manuel etc. aufweisen. Daher kann man annehmen, dass einige Juden bereits im Lande waren3). *) Bosch Haschonoh Nummer des South African Jewisb Chronicle 1925 S. 27, Jewish Encyclopedia XI $. v. South Africa. Mendelssohn a. a. 0. S. 186 ff, Hertz, The Jew in South Africa, Johannesburg 1905 S. 9f. Herr Louis Herrmann in Kapstadt, der mit der Abfassung der Geschichte der Juden in Kapstadt von der dortigen jüdischen Gemeinde beauftragt worden ist, ist nach sorgfältigen Untersuchungen za der Überzeugung gekommen, dass gar manche Beamten der holländischen Ost Indien Kompanie Jaden waren. Ausführliches hierüber dürfte sein Bach bringen, das im Jahre 1927 erscheinen sollte (ob es inzwischen erschienen ist, vermag ich nicht zu sagen). Ich bin Herrn H. für manche Belehrung und Richtigstellung verbunden.?) Cape Argus 10. Oktober 1925, Mendelssohn a. a. 0. Herr H. hält Pr. Lichtenstein für keinen Jaden. *) Mendelssohn a. a. 0.