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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 319

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 319)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486301--7933-3494311
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246 erinnern, dass die Religionsgemeinde Darmstadt die Besoldung des Dr. Landsberger aus ihren Mitteln um soviel erhöht, als sie ohnedies za der jetzt beantragten Besoldungserhöhung desselben beizatragen haben würde — ״und wird Dr. Landsberger in der also bemessenen Erhöhung genügende Entschädigung für die ihm durch Einführung der Civilehe entgehenden Gebühren finden können.“ Der Vorstand stellt dann 500 M. in den Jahres-Voranschlag ein. Im Jahre 1885 wird jedoch die Erhöhung des Gehalts von Rabb. Dr. L. um 1000 M. aus der Landjudenschaftskasse gegen gleichzeitigen Verzicht des Genannten auf die ganz persönliche Zulage von 50G M. aus der Kasse der hiesigen Israel. Religionsgemeinde genehmigt. Im Jahre 1889 erkrankte Rabb. Dr. L. Mit der Stellvertretung wurde am 5. Dezember desselben Jahres Rabbinatskandidat Dr. D. Selver beauftragt, nachdem er schon vorher zur Leitung der Religionsschule berufen worden war. Ein Jahr später, nach dem am 4. März 1890 erfolgten Tod des Rabb. Dr. Landsberger richteten mehrere Gemeinden des Rabbioats im Verein mit der Israel. Religionsgesellschaft Darmstadt eine ausführliche Eingabe ans Ministerium um Teilung des Darmsfädter Rabbinats in zwei Rabbinate entsprechend den beiden Richtungen. Darin wird u. a. bemerkt: ״Unser Rabbiner kann nur ein Mann sein, welcher die sog. Reform innerlich und äusserlich verwirft, mit uns in dem strengen Glauben vereinigt, denselben durch Wort und That bethätigt. Schon über 30 Jahre entbehren wir eines solchen Rabbiners, müssen aber gleichwohl zu den Kosten des Rabbiners beitragen, der unser Rabbiner nicht sein kann, noch ist. Aber nicht bloss das — wir sind auch eben durch unser Gewissen gezwungen, in religiösen Angelegenheiten einen anderen Rabbiner zuzuziehen, sodass wir in Wirklichkeit doppelt zahlen müssen. Jetzt ist ein Wendepunkt eingetreten, in welchem unsere langgehegten Wünsche erfüllt werden können. Will die Darm- Städter Religionsgemeinde Reformgemeinde sein und bleiben, wir legen ihr nichts in den Weg, mögen andere Landgemeinden mit ihr verbunden bleiben wollen, wir verargen es ihnen nicht. Mögen sie sich einen ihrer neuen Glaubensrichtung entsprechenden Rabbiner wählen und für sich ein Rabbinat bilden.

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