Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 312)
- Language
- German
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239 2. ) an das Grossb. Rabbinat Darmstadt. Auf Ihren Bericht vom 15. d. M. theilen wir Ihnen abschriftlich nachstehende Verfügung zur Kenntniss mit: ״Was das beabsichtigte Auftreten des Dr. Marx in den Synagogen der Landgemeinden betrifft, so muss vor Einleitung weiterer Verhandlungen eine Thatsache vorliegen1). Mit der am Schluss Ihres Berichts enthaltenen Auffassung der Verfügung Gr. Ministeriums d. I. vom 27. Januar 1866 betr. Abhaltung von Leichenpredigten können wir uns nicht ein verstanden erklären und verweisen auf den unzweideutigen Sinn derselben“2). 3. ) Am 9. November 1871 werden von Herrn Dr. L. Marx folgende Zeugnisse zur Einsicht vorgelegt: a) Abgangszeugniss der Univ. Würzburg vom 24. März 1867, b) Abgangszeugniss der Univ. Berlin vom 29. Januar 1869, c) Maturitätszeugniss von Carlsruhe vom 13. August 1864, d) verschiedene Zeugnisse über seine praktische Wirksamkeit. Auf Grund der vorgelegten Zeugnisse wurde Herr Dr. L. Marx aus Strümpfelbrunn die Erlaubnis zur Ertheilung des israel. Religionsunterrichts gewährt. Nach Anstellung des Rabb. Dr. Marx durch die Darmstädter Israel. Religionsgesellschaft war Rabb. Dr. Landsberger stets auf der Wacht, um jeden Eingriff in seine Amtsbefugnisse zu verhindern. Am 14. September 1870 beschwerte er sich bei der Prov. Direktion über unerlaubte Eingriffe in seine Funktionen durch Rabb. Dr. Lehmann-Mainz und zwar a) dass dieser auf Veranlassung von gewissen Gemeindevorständen Schächter geprüft habe, die bereits von ihm autorisirt waren. Dadurch würde in den betr. Gemeinden ein Misstrauen gegen ihn geweckt werden, b) dass Rabb. Dr. Lehmann in Mainz dort ortsfremde Brautpaare trauen würde, ohne Dimmissoriale von ihm zu besitzen, falls der Bräutigam in seinem Rabbinat wohnt, auch ohne seine Erlaubnis in den Land- Synagogen seines Bezirks manchmal predigen würde: Auf Ersuchen des Priv. Direktors zählt Rabb. Dr. Landsberger 10 Fälle solcher נ) Real richtige Haltung gegenüber den beantragten Angstmassnabmen des Rabbinats. .235 ,8 ף