Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 283)
- Language
- German
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210 unkorrektes Verhalten bei Lehrerprüfungen, wobei der die Untersuchuag führende Staatsbeamte ein wahrhaft vernichtendes Urteil über den Hauptzeugen, einen Lehrer der Darmstädter Eeligionsgemeinde, fällte« Zum Schluss zieht der Darmstädter Vorstand sogar gegen das Lehrbuch der israel. Religion von Dr. Auerbach (ein allgemein auch jetzt noch als vortrefflich anerkanntes Lehrbuch, das in drei Auflagen erschienen und sehr populär geworden ist) zu Felde und zwar auf Grund einer Rezension in der von Rabb. Dr. Stein-Frankfurt (einem bekannten Führer der Reform und Gegner von Dr. Auerbach) herausgegebenen Zeitschrift .,Der israel. Volkslehrer“, worin Dr. St. bemerkt, Dr. A. habe a/4 seines Lehrbuchs aus dem Dinter-Waliothschen christlichen Religionsbuch wörtlich abgeschrieben. So kämpften die Gegner gegen Rabb. Dr. Auerbach. Dieser weist die Anschuldigungen am 11. März 1857 eingehend zurück und bemerkt u. a. ״Strebte der Vorstand schon früher, die Ausführung meiner liturgischen Anordnungen zu vereiteln (worüber man sich nicht wundern kann, wenn man erwägt, dass die säratliehen Vorstandsmitglieder keine Synagoge, ihre Kinder keine Beligionsschule besuchen, 4/5 öffentlich die heiligen Feste entweihen, das einflussreichste Mitglied seine Kinder nicht beschneiden lässt), so brachte ihn erwähnte Eingabe zu dem Entschlüsse, auf irgend eine, wenn auch verwerfliche Weise mich aus dem Wege zu schaffen“. Zum Schlüsse bemerkt Dr. A., dass von allen Vorständen der 72 zum hiesigen Rabbinat gehörigen Landgemeinden, welche weit mehr als 9/10 desselben zählen, während der 28 Jahre meiner Dienstzeit keiner klagend gegen mich aufgetreten ist, so zeigt vielmehr die letzte Eingabe vom Juli 18461) in obigem Betreff, wie sie sämtlich mit ungetheiltem Vertrauen mir anhängen und die Verdächtigungen des hiesigen Vorstandes entrüstet zurückweisen. Nicht schwer dürfte es diesen fallen, die Absicht zu errathen, welche der hiesige Vorstand mit seinen simulierten Anklagen zu erreichen gedenkt; durch Beseitigung des Rabbiners das positive Judenthum aus der Gemeinde zu verbannen.“ *) Die Vorstände der Gemeinden Biblis, Auerbach, Alsbach, Pfungstadt, Gross-Bohrheim und Seeheim hatten eine Gegenvorstellung beim Ministerium bezüglich der Verfolgung des Oberrabbiners Dr. Auerbach durch die Mit■״ glieder des israel. Vorstandes in Darmstadt erhoben,