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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 275

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 275)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486301--7889-3494267
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202 das Volk über seine religiösen Interessen systematisch zu belehren, den Grass der Liebe, der Duldsamkeit, die Keime aller Tugenden in die Gemüther zu pflanzen, wird von ihm ausschliesslich nur dazu benutzt, einen fanatischen Mystizismus zu unterhalten, das Volk in dem Zauberkreis gebannt zu erhalten, der bis jetzt die Quelle so vielen Unglücks für dasselbe wara. Dann ferner: ״Wir fürchten, dass es keiner einzigen europäischen israel. Gemeinde je einfallen wird, den Dr. Auerbach zu berufen, einen Mann, der durch sein bekanntes Wirken namentlich aber durch sein jüngst erschienenes Religionsbuch in so hohem und wohlverdienten Maaß in Verruf gerathen ist1). Diese Verhältnisse dürften wohl uns die sicherste Garantie gewähren, dass uns in den nächsten 20 Jahren ein Veriust des Dr. Auerbach nicht bevorsteht*, es müsste denn unsere weise und hocherleuchtete Staatsregierung ihn von seinem Amte, dem er wahrlich nicht vorzustehen vermag, entfernen2). Und dieses wäre ,nach unserem Dafürhalten das sicherste Mittel, unsere religiösen Angelegenheiten vor gänzlichem Verfall zu schützen“. Natürlich ist der Darmstädter Vorstand gegen die Erhöhung des Gehalts und verwahrt sich am Schluss, dass ihn bei der Forderung, Dr. Auerbach von seinem Dienst zu entfernen, kein Jaden noch Christen seyn, überhaupt jeder geoffenbarten positiven Religion den Stab brechen und dafür ihre vermeintlich poetischen and philosophischen, oft aber sehr anpoetischen and unphilosophischen Ideen einer natürlichen und Vernunftreligion setzen möchten, hält er an den Satzungen des reinen mosaischen Glaubens und an den Lehren dieser geoffenbarten Religion, wohl überzeugt, dass der Mensch ohne wahren Glauben auf die gefährlichsten Abwege gerätb, dass ihn davor jene fraglichen Lehren einer vermeinten Aufklärung nicht zu bewahren vermögen, sondern nur immer tiefer in den Abgrund stürzen, in den er sich trost- und reitungslos verliert. Er hält an seinem Glauben und geniesst dadurch das Vertrauen der hiesigen und der 98 Landgemeinden, deren Seelenhirte er ist. Möge er dem schönen Ziele sich immer mehr nahen, seine Glaubensgenossen stels mehr zu heben and aach die Masse derselben für den Standpunkt reif zu machen, den sie heutzutage im bürgerlichen Leben ansprecben. Der Beifall, die Achtung und Liebe der Vernünftigen und Leidenschaftslosen wird ihn daun, wie bisher, aach ferner lohnen." ג) Dies von einem Buche, das lange Jahre als eines der besten Religionsbücher gebraucht wurde. *) Unerhört denunziatorisches und unjüdisches Verhalten gegenüber einem verdienten Gelehrten.

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