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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 274

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 274)
Language
German
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IRI
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201 sprengels, das religiöse Leben desselben befinde sich noch in demselben chaotischen Zustande wie unter dem letzten Rabbiner und entbehre jedes religiösen Fortschritts, die roheste Unwissenheit namentlich bei den Bewohnern des flachen Landes, das Unterrichtswesen insbes. auf dem Lande sei in der übelsten Lage“. Das Herrlichste leistet sich aber der Darmstädter Vorstand in folgenden Ausführungen: ״Wir wissen auch nicht einen einzigen Fall, wo Dr. Auerbach unseren religiösen Angelegenheiten genützt hätte; im Gegentheil, er hat durch sein starres talmudisches Treiben den Riss in der israel. Kirche statt versöhnend zu vereinigen nur noch mehr erweitert, keine Gelegenheit versäumt, dem Zelotismns Nahrung zu geben und damit einen Unfrieden in der hiesigen Gemeinde geschaffen, von dem die Annalen derselben kein Beispiel aufzuweisen vermögen“1)(!) Dann weiter: ״die Kanzel, dazu geschaffen, l) Man vergleiche damit folgende Ausführungen der ״Grossherzogi. Hessischen Zeitung (Regierungsblatt) vom 17. Mai 1836: ,.Darmstadt, den 15. Mai. Gestern fand in der Synagoge dahier zum erstenmal ein Fest statt, welches alle Anwesenden, worunter der Gr. Provinzialcommissär, verschiedene andere Staatsdiener, mehrere christliche Geistliche, Gemeinderäthe und andere achtbare Staatsbürger mit freudiger Theilnahme erfüllte — die Confirmation dreizehn junger Israeliten (7 Knaben und 6 Mädchen). Der Gr. Landrabbiner Dr. Auerbach hielt in deutscher Sprache eine angemessene zum Herzen dringende Rede über Zweck und Zeit dieser * heiligen Handlung, worin er zugleich die Gründe erörterte, warum sie in früheren Zeiten durch die Satzungen der jöd. Religion nicht besonders angeordnet worden, wohl aber in unseren Tagen zur Befestigung im Glauben und in der Tugend so sehr nothwendig sey. Er prüfte sodann öffentlich die zu confirmirende Jugend in den Grundsätzen der Religion überhaupt und der ihrigen insbes., und mit Vergnügen vernahm man, wie sicher, klar und bestimmt sie antwortete. Hierauf richtete der Redner noch rührende Worte der Ermahnung, stets auf dem Wege der Tugend zu beharren, immer die Religion als die festeste Stütze zu betrachten und ihre Lehren treu zu bewahren, an die Confirmanden und ertheilte ihnen nach Ablegung ihres Glaubensbekenntnisses und Gelöbnisses, es stets zu halten, den Segen. Chorgesänge, von Herz componirt, welche in einem Psalm nach Moses Mendelsohns schöner Übersetzung, während und am Schlüsse des Gottesdienstes den Allmächtigen priesen, erhöheten noch diese Feier, die nicht blos auf die jugendliehen Gemüther der Confirmanden, sondern auf alle Anwesenden einen rührenden und erbaulichen Eindruck zu machen schien. Wir können nicht umhin, dem Wirken des H. Dr. Auerbaeh hier unseren vollen Beifall zu zollen. Ferne von den Bestrebungen so mancher jüdischer Frei- und Schöngeister unserer Zeit, welche weder

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