Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 267)
- Language
- German
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194 Land folgende Deputierte: aus Kreis Dieburg: Mayer Goldschmidt zu Dieburg und Heyum Frohmann zu Reiuheim aus Kreis Gross- Gerau: Heyum Sander-Arheilgen und Elias Joseph jun.-Griesheim aus Kreis Bensheim: Amschel Zodik Bendheim-Auerbach und Hirsch Lob Hirsch-Heppenheim. Vor dem Zusammentreten der Kommission zeigte sich schon der Zwiespalt zwischen Stadt und Land. Der Vorstand der Darmstädter Gemeinde befürwortete Dr. Zudz von Berlin, der ״alle seine Mitbewerber durch seine tiefen Kenntnisse, durch seine verbreiteten Schriften, durch die anerkannte Autorität seines Namens und durch seinen wahrhaft religiös tugendhaften Charakter überstrahlen würde“. Zur Bekräftigung seiner Meinung legte der Vorstand zwei Werke von Dr. Z. (״Die gottesdienstlichen Vorträge 4er Juden“ sowie ״Beleuchtung der Theorie du judaisme“) und neun briefliche Urteile von namhaften Männern über ihn bei. Gegen die beabsichtigte Anstellung von Dr. Zunz erhob sich namentlich auf dem Land heftiger Widerstand. Ein grosser Teil der Judenschaft protestierte bei der Behörde unter Hinweis darauf, dass der Neue Tempel in Berlin, wo Dr. Z. wirkte, wegen seiner Neuerungen im Gottesdienst geschlossen worden sei. Von anderer Seite1) unterstützte man die Kandidatur von B. H. Auerbach aus Bonn. Der Darmstädter Vorstand teilte nun u. a. am 2. Februar 1833 in ausführlicher Eingabe an den Prov. Commissär zu seiner Verteidigung mit, dass er mit der Anordnung der Preussischen Regierung auf Schliessung des Neuen Tempels in Berlin nicht einverstanden sei, dass man durch diese Massnahme ״den Verbesserungen im Judentum einen Damm entgegengesetzt und damit eher den Untergang der jüdischen Religion als ihre Befestigung bezweckt habe“. (!) Der Vorstand wolle auch die geeignete jüdische Ausbildung des zukünftigen Rabbiners und lege als Beweis ein Schreiben an den Candidaten der Theologie B. H. Auerbach zu Marburg bei, worin er um Einsendung seiner Zeugnisse ersuche, ״womit seine zur Begleitung jener Stelle erforderlichen Kenntnisse beurkundet werden“, ferner die Zusendung der angekündigten ersten Sammlung seiner im Druck erscheinenden Festpredigten und der Zeugnisse über seine Ordination (Morenu), da der Vorstand l) Wahrscheinlich Baron von Rothschild in Frankfurt a. M.