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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 252

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 252)
Language
German
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IRI
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178 Da der Rat unerbittlich blieb, wurde seitens der Siebzehn auch diese Urkunde ausgestellt: Wir, die hernachgeschriben Juden, mit namen Saidia Straubinger, Mair Heller, Symon von Wurmbs, Abraham Hembawer, Mair Schalman, Anschel, Jossbell, Hiertz, Mosse Fleischhagker, Jossel, Abraham Kitzing, David im Spital, Mosse von Gmund, Ysaackh des Straubingers son, Eberl Werd, Schmoel Kalbskopf, Suessl Schuelklopfer bekennen für uns und unser erben offenlich und gein menigclich in dem briefe: Als wir in der fursicbtigen ersamen und weysen camrer und rate der statt Regenspurg vanknus körnen und etlich jar daynn glegen sein, darvon uns aber der allerdurchluchtigist furst und herr, herr Friderich, Römischer kaiser, zu allen Zeiten merer des reichs, zu Hungern, Dalmacien, Croacien, etc. konig, hertzog zu Österreich und zu Steir etc., unser allergenedigister herr, auf ain urfehd und auf phlicht und glubd, darynn wir furan der kaiserliehen maiestat und dem heiligen reich steen sollen, erledigt hat, also haben wir den vorgnanten unsern genedigen herrn camerer und rate der stat Regenspurg auf den befelh, ine von der kaiserlichenn maiestat deshalb in krafft ains keiserlichen brifs gescheen, an, stat unsers 1■ allergenedigisten herrn des Römischen kaisers, seiner kaiserlichen genaden nachkomen und von des heiligen reichs wegen mit hantgebennden unsern trwen globt und versprochen, globen und versprechen in auch hirmit wissentlichen in krafft des brifs, das wir nw furan unserm allergenedigisten herren dem Römischen kaiser, seinen nachkomen und dem heiligen reich in phlicht und gfabde steen sollen und wellen getrwlich on alles geverde. Mit urchund des brifs, versiglt mit der edln und vessten Hannsen Nusperger1), erbmarschalk in Nidern Bairen, nrid Erhartten von Aurach zu Fluglssberg, auch Gorgen Nothafft des eitern zu Werdenberg, landrichter und phleger zu Nwburg, und des erbern vessten Hannsen Mansheimer, phleger zu Parhing, anhanngunden insigln, die wir obgenant Juden mit vleis darumb gebeten haben, ine und iren erben on schaden, war und stät zu halten ynnhalt des brifs, der geben ist nach Cri&ti geburd virczehenhundert und im achtzigsten jaren des negsten montags nach sand Gilgen tag. Auch hier vertrat der Rat die Stelle des Kaisers. Das Gelübde wurde dem Rate abgegeben, aber nicht dahin dass die Siebzehn in ״Pflicht und Gelübde״ des Rates, sondern des Kaisers stehen sollten. Eine merkwürdige Verpflichtung! Dass die Siebzehn ihr Gefängnis nicht rächen würden, hatten sie bereits in der Urfehde erklärt. Worin sollte ihr nochmaliges Versprechen bestehen, ohne das sie der Rat nicht frei lassen wollte? Die oben mitgeteilte Antwort des Rats auf den kaiserlichen Brief vom 17. Juni gibt l) Handschrift: Nuspergerger.

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